Die juristische Laufbahn in Österreich bietet vielfältige Möglichkeiten und gleichzeitig besondere Herausforderungen. Viele angehende Jurist:innen stehen vor der Frage, wie sie ihre beruflichen Ziele am besten erreichen und sich in einem kompetitiven Umfeld erfolgreich positionieren können. Die österreichische Rechtslandschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter und erfordert von Fachkräften nicht nur fundiertes Wissen, sondern auch strategisches Denken und persönliche Weiterentwicklung.
Eine erfolgreiche Karriere im juristischen Bereich umfasst weit mehr als nur das Bestehen von Prüfungen oder das Sammeln von Berufserfahrung. Es geht um die bewusste Gestaltung des eigenen Werdegangs, das Aufbauen relevanter Netzwerke und die kontinuierliche Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen. Verschiedene Perspektiven zeigen unterschiedliche Wege zum Erfolg auf – von der klassischen Anwaltslaufbahn über Unternehmensjuristerei bis hin zu spezialisierten Bereichen wie Wirtschaftsrecht oder internationales Recht.
Diese umfassende Betrachtung vermittelt Ihnen konkrete Strategien und bewährte Praktiken, die Ihren beruflichen Aufstieg im österreichischen Rechtswesen unterstützen. Sie erhalten praxisnahe Einblicke in Karriereplanung, Spezialisierungsmöglichkeiten und Networking-Strategien, ergänzt durch wertvolle Tipps zur persönlichen Entwicklung und Marktpositionierung.
Strategische Karriereplanung: Der Grundstein für nachhaltigen Erfolg
Die Basis jeder erfolgreichen juristischen Laufbahn liegt in einer durchdachten strategischen Planung. Ohne klare Zielvorstellungen und einen strukturierten Ansatz wird es schwierig, sich in der komplexen österreichischen Rechtslandschaft zu orientieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Persönliche Zieldefinition und Selbstreflexion
Der erste Schritt einer erfolgreichen Karriereplanung beginnt mit ehrlicher Selbstreflexion. Welche Bereiche des Rechts faszinieren Sie am meisten? Arbeiten Sie lieber in großen Teams oder bevorzugen Sie eigenständige Projekte? Diese grundlegenden Fragen bestimmen maßgeblich Ihren weiteren Werdegang.
Die österreichische Rechtslandschaft bietet verschiedene Karrierewege:
- Anwaltschaft: Selbstständige Tätigkeit oder Partnerschaft in Kanzleien
- Unternehmensjuristerei: Inhouse-Positionen in Konzernen und mittelständischen Unternehmen
- Öffentlicher Dienst: Richteramt, Staatsanwaltschaft oder Verwaltung
- Beratung: Spezialisierte Rechtsberatung oder Compliance
- Akademische Laufbahn: Forschung und Lehre an Universitäten
"Eine klare Vision Ihrer beruflichen Zukunft ist der Kompass, der Sie durch alle Herausforderungen und Chancen Ihrer juristischen Laufbahn führt."
Marktanalyse und Branchentrends verstehen
Die kontinuierliche Beobachtung des österreichischen Rechtsmarktes ermöglicht es, Trends frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Digitalisierung, Compliance-Anforderungen und internationale Verflechtungen schaffen neue Spezialisierungsfelder und Karrierechancen.
Besonders gefragte Bereiche in Österreich umfassen derzeit:
🔹 Datenschutzrecht: DSGVO-Compliance und digitale Transformation
🔹 Compliance und Wirtschaftsstrafrecht: Präventive Beratung für Unternehmen
🔹 Internationales Wirtschaftsrecht: Grenzüberschreitende Transaktionen
🔹 Umwelt- und Energierecht: Nachhaltigkeit und Energiewende
🔹 Arbeitsrecht: Flexible Arbeitsmodelle und New Work
Langfristige Karriereplanung mit Meilensteinen
Erfolgreiche Jurist:innen denken in Zeiträumen von fünf bis zehn Jahren und definieren konkrete Zwischenziele. Diese Meilensteine sollten sowohl fachliche als auch persönliche Entwicklungsaspekte berücksichtigen.
| Karrierephase | Zeitraum | Fokus | Wichtige Meilensteine |
|---|---|---|---|
| Einstieg | 0-3 Jahre | Grundlagen schaffen | Studienabschluss, erste Berufserfahrung, Netzwerk aufbauen |
| Spezialisierung | 3-7 Jahre | Expertise entwickeln | Fachliche Vertiefung, Führungsverantwortung, Reputation aufbauen |
| Etablierung | 7-15 Jahre | Marktposition festigen | Partnerschaft/Senior-Position, Branchenexpertise, Mentoring |
| Leadership | 15+ Jahre | Gestalten und führen | Strategische Verantwortung, Brancheneinfluss, Nachfolgeplanung |
Spezialisierung als Schlüssel zur Differenzierung
In einem zunehmend komplexen Rechtsumfeld wird fachliche Spezialisierung zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Generalisten haben es schwerer, sich gegen hochspezialisierte Kolleg:innen durchzusetzen, die in ihren Nischenbereichen als anerkannte Expert:innen gelten.
Identifikation der optimalen Spezialisierung
Die Wahl der richtigen Spezialisierung erfordert eine sorgfältige Abwägung verschiedener Faktoren. Persönliche Interessen sollten mit Marktchancen und individuellen Stärken in Einklang gebracht werden.
Bewährte Ansätze zur Spezialisierungsfindung:
- Praktische Erfahrungen sammeln: Verschiedene Rechtsbereiche durch Praktika und Projektarbeit kennenlernen
- Mentoring nutzen: Erfahrene Jurist:innen als Berater:innen gewinnen
- Marktforschung betreiben: Nachfrage und Wettbewerbssituation analysieren
- Persönliche Stärken reflektieren: Analytische Fähigkeiten, Kommunikationsstärke oder Verhandlungsgeschick bewerten
Aufbau von Fachexpertise
Der Weg zur anerkannten Fachexpertise erfordert kontinuierliche Weiterbildung und praktische Anwendung. Österreichische Jurist:innen haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Spezialisierung zu vertiefen:
Formale Weiterbildungsmaßnahmen:
- Universitätslehrgänge und Masterprogramme
- Zertifizierungsprogramme der Rechtsanwaltskammer
- Internationale Weiterbildungen und LLM-Programme
- Fachkonferenzen und Seminare
Praktische Expertiseentwicklung:
- Komplexe Mandatsarbeit in der Spezialisierung
- Publikationstätigkeit in Fachzeitschriften
- Vortrags- und Referententätigkeit
- Mitarbeit in Fachausschüssen und Arbeitsgruppen
"Wahre Expertise entsteht nicht durch das Sammeln von Zertifikaten, sondern durch die kontinuierliche Anwendung und Vertiefung von Wissen in der täglichen Praxis."
Reputation und Sichtbarkeit aufbauen
Eine erfolgreiche Spezialisierung erfordert nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch strategische Sichtbarkeit am Markt. Die besten Expert:innen sind oft diejenigen, die ihre Expertise erfolgreich kommunizieren können.
Effektive Strategien für Sichtbarkeit:
- Content Marketing: Regelmäßige Fachbeiträge und Kommentare zu aktuellen Rechtsentwicklungen
- Networking: Aktive Teilnahme an Branchenveranstaltungen und Fachkongressen
- Medienarbeit: Positionierung als Ansprechpartner:in für Fachmedien
- Digitale Präsenz: Professionelle Online-Profile und Social Media Aktivität
- Lehrtätigkeit: Gastvorlesungen und Seminare an Universitäten oder Bildungseinrichtungen
Networking: Beziehungen als Karrierekatalysator
Der Aufbau und die Pflege professioneller Netzwerke gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren einer juristischen Laufbahn. In Österreich, wo persönliche Beziehungen traditionell eine große Rolle spielen, kann ein gut gepflegtes Netzwerk Türen öffnen, die anders verschlossen blieben.
Strategisches Netzwerken im österreichischen Rechtsmarkt
Effektives Networking geht weit über das Sammeln von Visitenkarten hinaus. Es erfordert eine strategische Herangehensweise und den Aufbau echter, gegenseitig nutzbringender Beziehungen.
Wichtige Netzwerk-Zielgruppen:
- Kolleg:innen aus Studium und Referendariat
- Fachexpert:innen in verwandten Rechtsbereichen
- Unternehmensjurist:innen und Inhouse-Counsel
- Richter:innen und Staatsanwält:innen
- Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen
- Branchenexpert:innen aus Mandantenbereichen
Digitales und persönliches Networking kombinieren
Die moderne Netzwerkarbeit verbindet traditionelle persönliche Kontakte mit digitalen Plattformen. Beide Ansätze ergänzen sich und ermöglichen es, ein breites und nachhaltiges Netzwerk aufzubauen.
Persönliche Networking-Aktivitäten:
- Teilnahme an Kammer- und Berufsverbandsveranstaltungen
- Besuch von Fachkongressen und Symposien
- Alumni-Netzwerke der Universitäten nutzen
- Informelle Branchentreffen und After-Work-Events
- Mentoring-Programme als Mentor:in oder Mentee
Digitale Networking-Strategien:
- Professionelle LinkedIn-Präsenz mit regelmäßigen Beiträgen
- Teilnahme an Online-Diskussionen und Webinaren
- Xing-Netzwerk für den deutschsprachigen Raum
- Fachspezifische Online-Communities und Foren
- Digitale Konferenzen und virtuelle Networking-Events
"Ein starkes Netzwerk entsteht nicht über Nacht, sondern durch kontinuierliche, authentische Beziehungsarbeit und den Willen, anderen zu helfen, bevor man selbst um Hilfe bittet."
Netzwerkpflege und langfristige Beziehungen
Der Aufbau eines Netzwerks ist nur der erste Schritt. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist die kontinuierliche Pflege der aufgebauten Kontakte.
Bewährte Praktiken der Netzwerkpflege:
🔸 Regelmäßiger Kontakt: Quartalsweise Updates und Informationsaustausch
🔸 Mehrwert bieten: Interessante Artikel, Veranstaltungshinweise oder Kontakte vermitteln
🔸 Persönliche Treffen: Face-to-Face Gespräche bei Kaffee oder Mittagessen
🔸 Gratulationen und Glückwünsche: Aufmerksamkeit bei beruflichen Erfolgen oder Jubiläen
🔸 Expertise teilen: Fachlichen Input bei Anfragen und Diskussionen bieten
Kontinuierliche Weiterbildung und Kompetenzentwicklung
Die juristische Landschaft unterliegt einem permanenten Wandel. Neue Gesetze, sich verändernde Rechtsprechung und gesellschaftliche Entwicklungen erfordern von erfolgreichen Jurist:innen eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen.
Formale Weiterbildungsstrategien
Österreichische Jurist:innen haben Zugang zu einem breiten Spektrum formaler Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Auswahl sollte strategisch erfolgen und sowohl aktuelle Anforderungen als auch langfristige Karriereziele berücksichtigen.
Universitäre Weiterbildung:
- Postgraduale Universitätslehrgänge (z.B. Wirtschaftsrecht, Steuerrecht)
- Master of Laws (LLM) Programme im In- und Ausland
- Doktoratsstudien für akademische Ambitionen
- Executive Education Programme für Führungskräfte
Berufsspezifische Fortbildungen:
- Pflichtfortbildungen der Rechtsanwaltskammer
- Spezialisierungslehrgänge für Fachanwält:innen
- Compliance Officer Zertifizierungen
- Mediationsausbildungen für alternative Streitbeilegung
Soft Skills und persönliche Entwicklung
Neben fachlicher Expertise werden Soft Skills zunehmend zum Differenzierungsmerkmal erfolgreicher Jurist:innen. Die Fähigkeit zur Kommunikation, Führung und zum Projektmanagement entscheidet oft über den Karriereerfolg.
| Kompetenzbereich | Relevante Fähigkeiten | Entwicklungsmöglichkeiten |
|---|---|---|
| Kommunikation | Präsentation, Verhandlung, Schriftverkehr | Rhetorik-Seminare, Präsentationstrainings |
| Führung | Teamleitung, Motivation, Delegation | Leadership-Programme, Coaching |
| Projektmanagement | Planung, Organisation, Zeitmanagement | PM-Zertifizierungen, Agile Methoden |
| Digitalkompetenz | Legal Tech, Datenanalyse, Automatisierung | IT-Schulungen, Legal Tech Seminare |
| Interkulturalität | Sprachkenntnisse, kulturelle Sensibilität | Sprachkurse, internationale Erfahrungen |
Selbstgesteuertes Lernen und Wissensmanagement
Erfolgreiche Jurist:innen entwickeln effektive Systeme für selbstgesteuertes Lernen und persönliches Wissensmanagement. Diese Fähigkeiten werden in einer sich schnell verändernden Rechtswelt immer wichtiger.
Bewährte Methoden des selbstgesteuerten Lernens:
- Strukturierte Fachlektüre: Regelmäßige Lektüre von Fachzeitschriften und Kommentaren
- Podcast und Webinare: Flexibles Lernen während Pendelzeiten oder Pausen
- Peer Learning: Fachlicher Austausch mit Kolleg:innen und Expert:innen
- Praxisreflexion: Systematische Aufarbeitung komplexer Fälle und Mandate
- Wissensarchivierung: Digitale Tools für die Sammlung und Organisation von Fachinformationen
"Lebenslanges Lernen ist nicht nur ein Schlagwort, sondern die Grundvoraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche juristische Laufbahn in einer sich wandelnden Welt."
Persönliche Markenbildung und Reputation
In einem kompetitiven Markt wird die persönliche Marke zum entscheidenden Differenzierungsfaktor. Erfolgreiche Jurist:innen verstehen es, ihre Expertise, Persönlichkeit und Werte zu einer kohärenten Marke zu formen, die sie von der Konkurrenz abhebt.
Entwicklung einer authentischen Personal Brand
Eine starke persönliche Marke basiert auf Authentizität und klarer Positionierung. Sie sollte die individuellen Stärken und Werte widerspiegeln und gleichzeitig die Bedürfnisse der Zielgruppe ansprechen.
Grundelemente der Personal Brand:
- Kernbotschaft: Was macht Sie einzigartig als Jurist:in?
- Zielgruppe: Wen möchten Sie mit Ihrer Expertise erreichen?
- Wertversprechen: Welchen konkreten Nutzen bieten Sie Ihren Mandant:innen?
- Persönlichkeit: Welche Eigenschaften und Werte repräsentieren Sie?
- Kommunikationsstil: Wie sprechen Sie mit Ihrer Zielgruppe?
Content-Strategie für juristische Expertise
Regelmäßige, hochwertige Inhalte sind das Rückgrat einer erfolgreichen Personal Brand. Sie demonstrieren Expertise, schaffen Vertrauen und erhöhen die Sichtbarkeit am Markt.
Effektive Content-Formate für Jurist:innen:
- Fachbeiträge zu aktuellen Rechtsentwicklungen
- Kommentare zu relevanten Urteilen und Gesetzesentwürfen
- Praxisleitfäden und Checklisten für Unternehmen
- Podcasts oder Videointerviews zu Spezialthemen
- Newsletter mit regelmäßigen Updates aus dem Fachbereich
Die Inhalte sollten dabei verschiedene Kanäle bedienen und an die jeweiligen Zielgruppen angepasst werden. Was in einer Fachzeitschrift funktioniert, muss für LinkedIn oder Xing entsprechend aufbereitet werden.
Digitale Präsenz optimieren
Eine professionelle Online-Präsenz ist heute unverzichtbar für erfolgreiche Jurist:innen. Sie fungiert als digitale Visitenkarte und oft als erster Berührungspunkt mit potenziellen Mandant:innen oder Arbeitgeber:innen.
Wichtige Elemente der digitalen Präsenz:
🔹 Professionelle Website: Klare Darstellung der Expertise und Referenzen
🔹 LinkedIn-Profil: Regelmäßige Updates und fachliche Beiträge
🔹 Xing-Präsenz: Networking im deutschsprachigen Raum
🔹 Fachpublikationen: Online verfügbare Artikel und Kommentare
🔹 Medienauftritte: Interviews und Stellungnahmen zu aktuellen Themen
"Eine starke persönliche Marke entsteht nicht durch Selbstvermarktung, sondern durch kontinuierliche Demonstration von Expertise und Mehrwert für andere."
Work-Life-Balance und nachhaltiger Karriereaufbau
Langfristiger Erfolg im juristischen Bereich erfordert mehr als nur fachliche Exzellenz. Nachhaltigkeit und eine ausgewogene Work-Life-Balance sind entscheidend für eine erfüllende und erfolgreiche Karriere.
Strategien für effektives Zeitmanagement
Jurist:innen stehen oft unter enormem Zeitdruck und müssen multiple Projekte parallel bearbeiten. Effektives Zeitmanagement wird daher zu einer Kernkompetenz für beruflichen Erfolg.
Bewährte Zeitmanagement-Techniken:
- Eisenhower-Matrix: Priorisierung nach Wichtigkeit und Dringlichkeit
- Pomodoro-Technik: Fokussierte Arbeitsblöcke mit regelmäßigen Pausen
- Batch Processing: Ähnliche Aufgaben in Blöcken bearbeiten
- Delegation: Aufgaben an qualifizierte Mitarbeiter:innen übertragen
- Automatisierung: Routineaufgaben durch Tools und Systeme vereinfachen
Stressmanagement und Burnout-Prävention
Die juristische Tätigkeit bringt naturgemäß hohe Verantwortung und Stress mit sich. Erfolgreiche Jurist:innen entwickeln effektive Strategien zum Umgang mit Belastungen und zur Prävention von Burnout.
Präventive Maßnahmen:
- Regelmäßige Pausen: Bewusste Erholungszeiten während des Arbeitstages
- Sport und Bewegung: Körperlicher Ausgleich zum sitzenden Beruf
- Soziale Kontakte: Pflege von Freundschaften und familiären Beziehungen
- Hobbies und Interessen: Aktivitäten jenseits der beruflichen Sphäre
- Professionelle Unterstützung: Coaching oder Beratung bei Bedarf
Langfristige Karriereplanung mit Flexibilität
Eine nachhaltige Karriere erfordert langfristige Planung bei gleichzeitiger Flexibilität für unvorhergesehene Chancen und Veränderungen. Erfolgreiche Jurist:innen balancieren strategische Planung mit Anpassungsfähigkeit.
Elemente nachhaltiger Karriereplanung:
- Finanzielle Sicherheit: Aufbau von Rücklagen und Altersvorsorge
- Kontinuierliche Kompetenzentwicklung: Anpassung an Marktveränderungen
- Netzwerkpflege: Langfristige berufliche Beziehungen
- Gesundheitsmanagement: Präventive Gesundheitsvorsorge
- Sinnfindung: Alignment zwischen persönlichen Werten und beruflicher Tätigkeit
"Wahre berufliche Erfüllung entsteht, wenn Erfolg und persönliches Wohlbefinden in Einklang stehen und sich gegenseitig verstärken."
Mentoring und Wissenstransfer
Erfolgreiche Jurist:innen verstehen die Bedeutung von Mentoring sowohl als Mentee als auch als Mentor:in. Der Austausch von Erfahrungen und Wissen beschleunigt die persönliche Entwicklung und trägt zur Weiterentwicklung der gesamten Profession bei.
Als Mentee profitieren
In den frühen Karrierephasen kann ein erfahrener Mentor oder eine Mentorin entscheidende Impulse für die berufliche Entwicklung geben. Die Auswahl der richtigen Mentor:innen und die effektive Nutzung der Mentoring-Beziehung sind dabei entscheidend.
Kriterien für die Mentor:innen-Auswahl:
- Fachliche Expertise im angestrebten Bereich
- Kompatible Werte und Arbeitsphilosophie
- Bereitschaft zur aktiven Unterstützung
- Verfügbarkeit für regelmäßige Gespräche
- Netzwerk und Branchenkontakte
Erfolgreiche Mentee-Strategien:
- Klare Ziele definieren: Was soll durch das Mentoring erreicht werden?
- Vorbereitung der Gespräche: Konkrete Fragen und Themen mitbringen
- Aktives Zuhören: Ratschläge aufnehmen und reflektieren
- Umsetzung: Empfehlungen in die Praxis umsetzen
- Feedback geben: Rückmeldung über Fortschritte und Herausforderungen
Als Mentor:in Verantwortung übernehmen
Mit zunehmender Berufserfahrung wächst auch die Verantwortung, Wissen und Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben. Mentoring bietet dabei nicht nur den Mentees Vorteile, sondern bereichert auch die Mentor:innen.
Vorteile des Mentoring für Mentor:innen:
- Reflexion der eigenen Erfahrungen und Learnings
- Frische Perspektiven durch junge Kolleg:innen
- Beitrag zur Branchenentwicklung
- Aufbau eines Netzwerks von Alumni
- Persönliche Erfüllung durch Unterstützung anderer
Strukturierte Mentoring-Programme
Viele erfolgreiche Jurist:innen nutzen sowohl formelle als auch informelle Mentoring-Strukturen. Während informelle Beziehungen oft organisch entstehen, bieten strukturierte Programme klare Rahmen und Ziele.
Formelle Mentoring-Möglichkeiten in Österreich:
- Programme der Rechtsanwaltskammer
- Universitäts-Alumni-Netzwerke
- Kanzlei-interne Mentoring-Systeme
- Branchenverbände und Berufsorganisationen
- Internationale Mentoring-Plattformen
"Mentoring ist ein Kreislauf des Gebens und Nehmens, der nicht nur individuelle Karrieren fördert, sondern die gesamte juristische Profession stärkt."
Wie lange dauert es, sich als Spezialist:in in einem Rechtsbereich zu etablieren?
Die Etablierung als anerkannte:r Spezialist:in dauert in der Regel 5-10 Jahre intensiver Beschäftigung mit einem Rechtsbereich. Die ersten 3-5 Jahre dienen dem Aufbau grundlegender Expertise, während die folgenden Jahre der Vertiefung und Reputation dienen. Faktoren wie Komplexität des Rechtsgebiets, Marktdynamik und persönliches Engagement beeinflussen diese Zeitspanne erheblich.
Welche Investitionen sind für eine erfolgreiche juristische Karriere erforderlich?
Neben der universitären Grundausbildung sollten Jurist:innen jährlich 2-5% ihres Einkommens in Weiterbildung investieren. Dazu kommen Kosten für Networking-Veranstaltungen, Fachpublikationen und gegebenenfalls Coaching oder Mentoring. Langfristig amortisieren sich diese Investitionen durch bessere Karrierechancen und höhere Einkommenspotentiale.
Wie wichtig sind internationale Erfahrungen für österreichische Jurist:innen?
Internationale Erfahrungen werden zunehmend wichtiger, besonders in wirtschaftsrechtlichen Bereichen. Sie erweitern nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch kulturelle Sensibilität und Sprachkenntnisse. Mindestens 6-12 Monate internationale Erfahrung, sei es durch Auslandsstudium, Praktika oder Secondments, sind heute nahezu unverzichtbar für Führungspositionen.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für juristische Karrieren?
Die Digitalisierung verändert die juristische Arbeit fundamental. Legal Tech-Kenntnisse werden zur Grundkompetenz, während neue Spezialisierungsfelder wie Datenschutzrecht oder Cyber-Security entstehen. Jurist:innen müssen sich kontinuierlich über technologische Entwicklungen informieren und entsprechende Kompetenzen entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wie kann man als Jurist:in eine gute Work-Life-Balance erreichen?
Eine ausgewogene Work-Life-Balance erfordert bewusste Grenzsetzung und effektives Zeitmanagement. Erfolgreiche Strategien umfassen die Delegation von Aufgaben, die Nutzung von Technologien zur Effizienzsteigerung und die bewusste Planung von Erholungszeiten. Wichtig ist auch die Wahl des richtigen Arbeitsumfelds, das die gewünschte Balance unterstützt.
Welche Networking-Strategien sind für Berufseinsteiger:innen am effektivsten?
Für Berufseinsteiger:innen sind Alumni-Netzwerke und Berufsverbandsaktivitäten besonders wertvoll. Regelmäßige Teilnahme an Fachveranstaltungen, aktive Mitarbeit in Arbeitsgruppen und die Nutzung digitaler Plattformen wie LinkedIn schaffen wichtige Kontakte. Dabei sollte der Fokus auf dem Aufbau authentischer Beziehungen und dem Anbieten von Mehrwert für andere liegen.
