Die Auswirkungen eines geplanten Kaiserschnitts: Neu überdachte Geburtserlebnisse für Mutter und Kind aus österreichischer Perspektive

Die Freude über die Ankunft eines neuen Lebens ist unbeschreiblich.
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By Sunny
19 Min Read

Die Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt beschäftigt werdende Mütter oft monatelang. Zwischen medizinischen Notwendigkeiten, persönlichen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen entsteht ein komplexes Spannungsfeld, das sowohl körperliche als auch emotionale Dimensionen umfasst. In Österreich, wo etwa 30% aller Geburten per Kaiserschnitt erfolgen, stehen Frauen vor wichtigen Entscheidungen, die weitreichende Folgen für sie und ihre Kinder haben können.

Ein geplanter Kaiserschnitt ist weit mehr als nur ein medizinischer Eingriff – er repräsentiert eine bewusste Wahl zwischen verschiedenen Geburtswegen. Während manche Frauen aus medizinischen Gründen keine Alternative haben, entscheiden sich andere bewusst für diese Methode. Die Betrachtung dieses Themas erfordert eine differenzierte Herangehensweise, die sowohl die Vorteile als auch die Herausforderungen berücksichtigt und verschiedene Perspektiven – von der medizinischen über die psychologische bis hin zur sozialen – einbezieht.

Diese umfassende Betrachtung bietet werdenden Müttern eine fundierte Grundlage für ihre Entscheidungsfindung. Sie erhalten detaillierte Informationen über die körperlichen und emotionalen Auswirkungen, praktische Hinweise zur Vorbereitung und Nachsorge sowie Einblicke in die langfristigen Folgen für Mutter und Kind. Gleichzeitig werden häufige Mythen aufgeklärt und realistische Erwartungen vermittelt.

Die körperlichen Auswirkungen auf die Mutter

Unmittelbare postoperative Veränderungen

Die ersten Stunden und Tage nach einem geplanten Kaiserschnitt bringen spezifische körperliche Herausforderungen mit sich. Der operative Eingriff hinterlässt eine Wunde im Bauchbereich, die eine sorgfältige Pflege und Heilung erfordert. Die Narkosenachwirkungen können zu Übelkeit, Schwindel und einem allgemeinen Schwächegefühl führen.

Wichtige körperliche Veränderungen in den ersten 48 Stunden:

• Schmerzen im Operationsbereich
• Eingeschränkte Mobilität
• Mögliche Kreislaufprobleme
• Verzögerte Darmtätigkeit
• Katheter-bedingte Beschwerden

Die Wundheilung verläuft individuell unterschiedlich, wobei die meisten Frauen nach etwa einer Woche eine deutliche Besserung verspüren. Komplikationen wie Infektionen oder Wundheilungsstörungen treten bei etwa 5-10% der Patientinnen auf und erfordern eine engmaschige medizinische Betreuung.

Langfristige körperliche Folgen

Die Auswirkungen eines Kaiserschnitts beschränken sich nicht auf die unmittelbare postoperative Phase. Viele Frauen berichten von langanhaltenden Veränderungen, die ihr körperliches Wohlbefinden beeinflussen. Narbengewebe kann zu Verwachsungen führen, die bei zukünftigen Schwangerschaften oder anderen abdominalen Eingriffen relevant werden.

"Ein Kaiserschnitt verändert die Anatomie des Bauches dauerhaft und kann Auswirkungen auf die Körperhaltung und Beweglichkeit haben."

Die Regeneration der Bauchmuskulatur dauert länger als bei einer vaginalen Geburt. Besonders die geraden Bauchmuskeln, die während des Eingriffs durchtrennt werden, benötigen intensive Rehabilitation. Etwa 20% der Frauen entwickeln eine sogenannte Rektusdiastase, bei der die Bauchmuskeln dauerhaft getrennt bleiben.

Auswirkungen auf zukünftige Schwangerschaften

Ein vorheriger Kaiserschnitt beeinflusst nachfolgende Schwangerschaften erheblich. Die Narbe in der Gebärmutter stellt einen Schwachpunkt dar, der bei jeder weiteren Schwangerschaft überwacht werden muss. Plazentationsstörungen treten häufiger auf, wenn sich die Plazenta im Bereich der alten Narbe ansiedelt.

Risikofaktor Wahrscheinlichkeit nach einem KS Wahrscheinlichkeit nach zwei KS
Plazenta praevia 0,5-1% 2-3%
Uterusruptur 0,2-0,5% 0,9-1,8%
Verwachsungen 15-20% 30-40%
Notfall-Hysterektomie 0,1% 0,3-0,5%

Die Entscheidung für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC) wird in Österreich individuell getroffen und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Art des vorherigen Schnitts und dem Zeitabstand zwischen den Schwangerschaften.

Psychologische und emotionale Dimensionen

Die Verarbeitung des Geburtserlebnisses

Ein geplanter Kaiserschnitt bringt eine andere Art des Geburtserlebnisses mit sich, die psychologisch verarbeitet werden muss. Viele Frauen empfinden gemischte Gefühle – Erleichterung über die Planbarkeit einerseits, aber auch Trauer über das "verpasste" natürliche Geburtserlebnis andererseits.

🌟 Positive emotionale Aspekte:
• Reduzierte Geburtsangst durch Planbarkeit
• Gefühl der Kontrolle über den Geburtszeitpunkt
• Vermeidung unvorhersehbarer Komplikationen
• Möglichkeit der mentalen Vorbereitung

Die Bonding-Phase zwischen Mutter und Kind kann durch die Narkose und die postoperative Situation beeinflusst werden. Während einige Frauen berichten, dass der erste Hautkontakt verzögert oder beeinträchtigt war, entwickeln andere eine ebenso starke Bindung zu ihrem Kind wie nach einer vaginalen Geburt.

Gesellschaftliche Wahrnehmung und Selbstbild

In der österreichischen Gesellschaft existieren verschiedene Ansichten über Kaiserschnitte, die das Selbstbild der Mütter beeinflussen können. Manche Frauen erleben gesellschaftlichen Druck oder Rechtfertigungszwang für ihre Entscheidung, während andere volle Unterstützung erfahren.

"Die gesellschaftliche Bewertung von Geburtsmethoden kann das mütterliche Selbstvertrauen erheblich beeinflussen und sollte bei der Betreuung berücksichtigt werden."

Schuldgefühle entstehen häufig, wenn Frauen das Gefühl haben, nicht "richtig" geboren zu haben oder ihrem Kind etwas vorenthalten zu haben. Diese Emotionen sind normal und Teil des Verarbeitungsprozesses, sollten aber professionell begleitet werden, wenn sie überhandnehmen.

Auswirkungen auf die Partnerschaft

Die Erfahrung eines geplanten Kaiserschnitts betrifft nicht nur die Mutter, sondern die gesamte Familie. Partner erleben oft Hilflosigkeit während des operativen Eingriffs und müssen ihre Rolle als Unterstützer neu definieren. Die längere Erholungsphase der Mutter erfordert eine Umverteilung der häuslichen Aufgaben und kann zu Spannungen führen.

Gleichzeitig berichten viele Paare von einer intensiveren Zusammenarbeit in der ersten Zeit nach der Geburt, da die körperlichen Einschränkungen der Mutter eine stärkere Beteiligung des Partners erfordern. Diese Erfahrung kann die Beziehung stärken und zu einer gleichmäßigeren Aufgabenverteilung in der Kinderbetreuung führen.

Auswirkungen auf das Neugeborene

Physiologische Unterschiede bei der Geburt

Kinder, die per geplantem Kaiserschnitt geboren werden, durchlaufen einen anderen Geburtsprozess als ihre vaginal geborenen Altersgenossen. Der fehlende Geburtsstress hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die kindliche Physiologie. Einerseits werden traumatische Geburtsverletzungen vermieden, andererseits fehlen wichtige Reifungsprozesse.

🌱 Unmittelbare Auswirkungen auf das Neugeborene:
• Höhere Wahrscheinlichkeit für Atemprobleme
• Verzögerte Lungenreifung
• Unterschiedliche Hormonausschüttung
• Veränderte Darmbesiedlung
• Mögliche Anpassungsschwierigkeiten

Die Lungenflüssigkeit wird bei vaginalen Geburten durch den Druck des Geburtskanals ausgepresst. Bei Kaiserschnittkindern muss diese Flüssigkeit auf andere Weise resorbiert werden, was zu vorübergehenden Atemproblemen führen kann. Etwa 5-7% der Kaiserschnittkinder benötigen eine kurzzeitige Atemunterstützung.

Langfristige gesundheitliche Entwicklung

Die Forschung zeigt interessante Zusammenhänge zwischen der Geburtsmethode und der späteren Gesundheitsentwicklung der Kinder. Kaiserschnittkinder haben statistisch gesehen ein leicht erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen, wobei die Ursachen komplex und multifaktoriell sind.

Gesundheitsaspekt Kaiserschnitt Vaginale Geburt Relative Risikoerhöhung
Asthma bis 5 Jahre 8-12% 6-8% 20-30%
Allergien 15-20% 12-15% 15-25%
Diabetes Typ 1 0,3-0,4% 0,2-0,3% 20-40%
Adipositas 12-15% 10-12% 15-20%

Diese Zahlen sollten jedoch im Kontext betrachtet werden. Viele Faktoren beeinflussen die kindliche Gesundheit, und die Geburtsmethode ist nur einer davon. Genetische Veranlagung, Ernährung, Umweltfaktoren und sozioökonomische Bedingungen spielen oft eine größere Rolle.

Entwicklung der Mutter-Kind-Beziehung

Die Bonding-Entwicklung zwischen Mutter und Kind kann durch einen Kaiserschnitt beeinflusst werden, muss es aber nicht. Während der unmittelbare Hautkontakt möglicherweise verzögert ist, entwickelt sich die Bindung in den meisten Fällen genauso stark wie nach vaginalen Geburten.

"Die Qualität der Mutter-Kind-Beziehung hängt mehr von der langfristigen Interaktion und Fürsorge ab als von den ersten Minuten nach der Geburt."

Stillprobleme treten nach Kaiserschnitten häufiger auf, was verschiedene Ursachen haben kann: die Nachwirkungen der Narkose, Schmerzmittel, die verzögerte Mobilisation der Mutter oder hormonelle Unterschiede. Mit professioneller Unterstützung lassen sich diese Herausforderungen jedoch meist erfolgreich bewältigen.

Medizinische Indikationen und Entscheidungsfindung

Absolute und relative Indikationen

Die medizinischen Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt lassen sich in absolute und relative Indikationen unterteilen. Absolute Indikationen lassen keine Alternative zu und machen den Kaiserschnitt medizinisch zwingend erforderlich, während relative Indikationen eine Abwägung verschiedener Faktoren erfordern.

Absolute Indikationen umfassen:
• Querlage des Kindes nach der 36. Schwangerschaftswoche
• Komplette Plazenta praevia
• Schwere Präeklampsie mit HELLP-Syndrom
• Nabelschnurvorfall
• Vorzeitige Plazentalösung mit fetaler Gefährdung

Bei relativen Indikationen erfolgt eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Hier spielen sowohl medizinische als auch persönliche Faktoren eine Rolle. Dazu gehören Beckenendlage, vorherige Kaiserschnitte, mütterliche Erkrankungen oder psychische Faktoren wie extreme Geburtsangst.

Der Entscheidungsprozess in Österreich

In österreichischen Krankenhäusern folgt die Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt einem strukturierten Prozess. Die Aufklärung erfolgt mehrstufig und umfasst sowohl die Vorteile als auch die Risiken beider Geburtsmethoden. Schwangere haben das Recht auf umfassende Information und ausreichend Bedenkzeit.

🏥 Schritte im Entscheidungsprozess:
• Erstberatung durch den behandelnden Gynäkologen
• Bedenkzeit und Gespräche mit Partner/Familie
• Zweitmeinung bei Unsicherheit
• Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten
• Finale Entscheidung und Terminplanung

Die informierte Einverständniserklärung ist ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses. Sie dokumentiert, dass die Schwangere über alle relevanten Aspekte aufgeklärt wurde und ihre Entscheidung auf einer fundierten Basis getroffen hat.

Qualitätssicherung und Standards

Österreichische Geburtskliniken unterliegen strengen Qualitätsstandards für Kaiserschnittoperationen. Diese umfassen sowohl technische Aspekte wie die Operationsmethodik als auch organisatorische Faktoren wie die Verfügbarkeit von Fachpersonal rund um die Uhr.

"Qualitätssicherung in der Geburtshilfe bedeutet, dass jede Frau unabhängig von der gewählten Geburtsmethode die bestmögliche Betreuung erhält."

Die Kaiserschnittrate wird kontinuierlich überwacht und analysiert. Während international Raten von 15% als optimal gelten, liegt Österreich mit etwa 30% im europäischen Durchschnitt. Diese Zahlen werden regelmäßig evaluiert, um sicherzustellen, dass Kaiserschnitte nur dann durchgeführt werden, wenn sie medizinisch indiziert oder von der Mutter gewünscht sind.

Vorbereitung und Nachsorge

Optimale Vorbereitung auf den geplanten Kaiserschnitt

Die Vorbereitung auf einen geplanten Kaiserschnitt beginnt idealerweise bereits mehrere Wochen vor dem geplanten Termin. Eine gute Vorbereitung kann die Angst reduzieren und den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Dazu gehören sowohl körperliche als auch mentale Aspekte.

Körperliche Vorbereitung:
• Optimierung des Ernährungszustands
• Aufbau einer guten körperlichen Kondition
• Erlernen von Atemtechniken
• Vorbereitung der häuslichen Umgebung
• Organisation der Kinderbetreuung für Geschwisterkinder

Die mentale Vorbereitung ist ebenso wichtig. Geburtsvorbereitungskurse, die speziell auf Kaiserschnitte eingehen, können helfen, realistische Erwartungen zu entwickeln und Ängste abzubauen. Entspannungstechniken und Visualisierungsübungen können den Stress vor dem Eingriff reduzieren.

Postoperative Betreuung und Heilungsverlauf

Die Nachsorge nach einem Kaiserschnitt erfordert besondere Aufmerksamkeit und Geduld. Der Heilungsprozess verläuft individuell unterschiedlich, folgt aber bestimmten Phasen, die für die Planung der häuslichen Versorgung wichtig sind.

Heilungsphasen im Überblick:

🌿 Woche 1-2: Akute Heilungsphase
• Schmerzmanagement im Vordergrund
• Langsame Mobilisation
• Überwachung der Wundheilung
• Beginn des Stillens

Woche 3-6: Stabilisierungsphase
• Deutliche Schmerzreduktion
• Zunehmende Mobilität
• Rückkehr zu leichten Aktivitäten
• Anpassung des häuslichen Rhythmus

Woche 7-12: Regenerationsphase
• Vollständige Wundheilung
• Beginn gezielter Rückbildung
• Rückkehr zur normalen Aktivität
• Psychische Verarbeitung

Langfristige Nachsorge und Rehabilitation

Die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt unterscheidet sich von der nach einer vaginalen Geburt. Spezielle Rückbildungsgymnastik, die auf die Bedürfnisse von Kaiserschnittmüttern abgestimmt ist, sollte erst nach vollständiger Wundheilung beginnen.

"Eine professionell angeleitete Rückbildung ist nach einem Kaiserschnitt besonders wichtig, da sowohl die Bauchmuskulatur als auch der Beckenboden betroffen sind."

Physiotherapie kann bei der Wiederherstellung der Körperfunktionen helfen. Besonders die Behandlung von Narbengewebe und die Kräftigung der Rumpfmuskulatur stehen im Vordergrund. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Behandlungen, wenn sie ärztlich verordnet werden.

Die psychologische Nachbetreuung sollte nicht vernachlässigt werden. Etwa 10-15% der Frauen nach Kaiserschnitt entwickeln postpartale Depressionen oder Angststörungen, die professioneller Hilfe bedürfen. Frühe Erkennung und Behandlung sind entscheidend für das Wohlbefinden von Mutter und Kind.

Mythen und Realitäten

Verbreitete Missverständnisse aufklären

Rund um das Thema Kaiserschnitt ranken sich zahlreiche Mythen und Halbwahrheiten, die Ängste schüren oder falsche Erwartungen wecken können. Eine sachliche Aufklärung hilft werdenden Müttern, fundierte Entscheidungen zu treffen und realistische Erwartungen zu entwickeln.

Häufige Mythen und die Realität:

Mythos: "Kaiserschnittkinder sind weniger widerstandsfähig"
Realität: Die Widerstandsfähigkeit hängt von vielen Faktoren ab, nicht primär von der Geburtsmethode.

Mythos: "Nach einem Kaiserschnitt kann man nicht mehr vaginal gebären"
Realität: VBAC (vaginale Geburt nach Kaiserschnitt) ist in vielen Fällen möglich und wird in Österreich unterstützt.

Mythos: "Kaiserschnitte sind immer risikoärmer"
Realität: Jede Geburtsmethode hat spezifische Risiken, die individuell abgewogen werden müssen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse vs. Volksmeinungen

Die wissenschaftliche Forschung zu Kaiserschnitten entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neue Erkenntnisse über die Auswirkungen auf Mutter und Kind führen zu einer differenzierteren Betrachtung dieser Geburtsmethode. Wichtig ist, zwischen gesicherten wissenschaftlichen Daten und spekulativen Annahmen zu unterscheiden.

"Moderne Forschung zeigt, dass die Auswirkungen eines Kaiserschnitts komplexer sind als früher angenommen und sowohl positive als auch negative Aspekte umfassen."

Epigenetische Forschung liefert neue Einblicke in die langfristigen Auswirkungen verschiedener Geburtsmethoden. Diese Erkenntnisse sind jedoch noch nicht vollständig verstanden und sollten nicht zu voreiligen Schlüssen führen.

Kulturelle und soziale Faktoren

In verschiedenen Kulturen und sozialen Schichten wird der Kaiserschnitt unterschiedlich bewertet. Während er in manchen Gesellschaften als modern und sicher gilt, wird er in anderen als "unnatürlich" stigmatisiert. Diese kulturellen Unterschiede beeinflussen die Entscheidungsfindung der Frauen erheblich.

🌍 Internationale Perspektiven:
• Brasilien: Kaiserschnittrate über 50%, gesellschaftlich akzeptiert
• Niederlande: Rate unter 20%, starke Präferenz für natürliche Geburt
• Deutschland/Österreich: Moderate Raten, ausgewogene Betrachtung
• Skandinavien: Niedrige Raten, evidenzbasierte Medizin im Fokus

Die sozialen Medien spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Meinungsbildung. Erfahrungsberichte und Diskussionen in Online-Communities können sowohl hilfreich als auch irreführend sein. Wichtig ist, seriöse Quellen zu nutzen und professionelle Beratung zu suchen.

Zukunftsperspektiven und Entwicklungen

Technologische Fortschritte in der Kaiserschnitt-Chirurgie

Die chirurgischen Techniken für Kaiserschnitte entwickeln sich kontinuierlich weiter. Minimalinvasive Verfahren, verbesserte Nahtmaterialien und optimierte Operationsmethoden zielen darauf ab, die Belastung für die Mutter zu reduzieren und die Heilung zu beschleunigen.

Innovative Entwicklungen:
• Pfannenstiel-Schnitt mit verbesserter Kosmetik
• Resorbierbare Nahtmaterialien der neuesten Generation
• 3D-Visualisierung für präzisere Operationsplanung
• Roboter-assistierte Chirurgie in der Entwicklung
• Verbesserte Anästhesieverfahren

Die Schmerztherapie nach Kaiserschnitten hat sich erheblich verbessert. Multimodale Ansätze kombinieren verschiedene Methoden, um den Schmerzmittelbedarf zu reduzieren und die Mobilisation zu beschleunigen. Dies führt zu kürzeren Krankenhausaufenthalten und einer schnelleren Rückkehr zur normalen Aktivität.

Personalisierte Medizin und individuelle Risikobewertung

Die Zukunft der Geburtshilfe liegt in der personalisierten Medizin. Genetische Tests, Biomarker und künstliche Intelligenz können dabei helfen, individuelle Risiken besser zu bewerten und die optimale Geburtsmethode für jede Frau zu bestimmen.

"Die Zukunft der Geburtshilfe wird geprägt sein von individualisierten Entscheidungen basierend auf präzisen Risikobewertungen und persönlichen Präferenzen."

Prädiktive Modelle können bereits heute das Risiko von Komplikationen bei verschiedenen Geburtsmethoden vorhersagen. Diese Werkzeuge werden kontinuierlich verfeinert und können in Zukunft eine noch präzisere Beratung ermöglichen.

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Kaiserschnitten verändert sich. Während früher oft eine klare Präferenz für "natürliche" Geburten bestand, entwickelt sich zunehmend ein ausgewogeneres Verständnis, das beide Geburtsmethoden als gleichwertige Optionen betrachtet.

Zukünftige Trends:
• Stärkere Betonung der mütterlichen Autonomie
• Verbesserte Aufklärung und Beratung
• Integration von Mental Health in die Geburtsplanung
• Familienorientierte Kaiserschnitt-Programme
• Nachhaltige Gesundheitskonzepte für Mutter und Kind

Die Ausbildung von Fachkräften passt sich diesen Entwicklungen an. Hebammen, Gynäkologen und Anästhesisten erhalten zunehmend Schulungen in patientenzentrierter Kommunikation und evidenzbasierter Beratung.

Wie lange dauert die Heilung nach einem geplanten Kaiserschnitt?

Die vollständige Heilung nach einem geplanten Kaiserschnitt dauert etwa 6-8 Wochen. Die oberflächliche Wundheilung ist meist nach 1-2 Wochen abgeschlossen, während die tiefen Gewebeschichten bis zu 12 Wochen für die vollständige Regeneration benötigen können. Individuelle Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Nachsorge beeinflussen den Heilungsverlauf erheblich.

Kann man nach einem Kaiserschnitt noch vaginal gebären?

Ja, eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC) ist in vielen Fällen möglich. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 60-80%, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Art des vorherigen Schnitts, dem Zeitabstand zwischen den Schwangerschaften und individuellen Risikofaktoren. Eine ausführliche Beratung durch den behandelnden Arzt ist essentiell.

Welche Risiken hat ein geplanter Kaiserschnitt für das Baby?

Kaiserschnittkinder haben ein leicht erhöhtes Risiko für Atemprobleme in den ersten Lebenstagen, da die Lungenflüssigkeit nicht durch den Geburtsdruck ausgepresst wird. Langfristig zeigen Studien ein geringfügig erhöhtes Risiko für Allergien und Asthma. Diese Risiken sind jedoch meist gering und werden durch andere Faktoren wie Genetik und Umwelt stärker beeinflusst.

Ist ein Kaiserschnitt schmerzhafter als eine natürliche Geburt?

Die Schmerzerfahrung ist sehr individuell und unterscheidet sich in Art und Zeitpunkt. Während der natürlichen Geburt treten die Schmerzen während des Geburtsprozesses auf, beim Kaiserschnitt hauptsächlich in der postoperativen Phase. Moderne Schmerztherapie kann die Beschwerden nach einem Kaiserschnitt gut kontrollieren. Viele Frauen empfinden die Planbarkeit als Vorteil.

Wie beeinflusst ein Kaiserschnitt das Stillen?

Ein Kaiserschnitt kann das Stillen in den ersten Tagen erschweren, da die Narkosenachwirkungen und Schmerzmittel den Milcheinschuss verzögern können. Auch die eingeschränkte Mobilität macht das Anlegen schwieriger. Mit professioneller Unterstützung und Geduld stillen jedoch die meisten Kaiserschnittmütter erfolgreich. Die Stillrate unterscheidet sich langfristig nicht signifikant von vaginalen Geburten.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen geplanten Kaiserschnitt?

Der optimale Zeitpunkt für einen geplanten Kaiserschnitt liegt zwischen der 38. und 39. Schwangerschaftswoche. Zu frühe Termine erhöhen das Risiko für Atemprobleme beim Baby, während zu späte Termine das Risiko spontaner Wehen mit sich bringen. Die genaue Terminplanung erfolgt individuell unter Berücksichtigung der mütterlichen und kindlichen Faktoren.

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Sunny Woche
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