DIY im Trend

DIY = Lebensfreude

Wer häkelt, strickt und näht, muss sich und seine kleinen Schätze nicht mehr Zuhause verstecken! Selbermachen liegt im Trend. Wir haben uns in der DIY-Szene umgehört und eine Trendforscherin befragt.

„Du strickst?“ Hochgezogene Augenbrauen, gerümpfte Nase, zweifelnder Blick und abwertendes Grinsen – so war noch vor ein paar Jahren die Reaktion, wenn man sich öffentlich als Handarbeits- und Bastelfan outete. Nähen, Häkeln, Stricken – all das galt als bieder und altmodisch. Heute zählt man als bekennende DIY-erin eindeutig zur Sorte cool, hip und total trendig. Selten wurde so viel selbst gemacht bzw. so viel darüber geredet, geschrieben und so viel selbst Gemachtes verkauft. Wenn man die vielen Nähcafes und DIY-Stammtische sieht, die gerade aus dem Boden gestanzt werden, sich in Blogs und Onlineportalen umschaut und Trendmagazine durchblättert wird klar: DIY ist mehr als ein Hobby - es ist ein Lebensgefühl.

Selbermachen macht glücklich

Dieses Lebensgefühl verfolgt auch Martina Aistleitner. Die Oberösterreicherin hat schon als Kind gerne gebastelt, später hat sie das Nähen für sich entdeckt. Mittlerweile hat sie ihren eigenen Blog (edeltraudmitpunkten.blogspot.com) und ist Initiatorin eines DIY Stammtisches in Linz. „DIY, das bedeutet für mich Lebensfreude. Selbst etwas zu erschaffen, mit seinen eigenen Händen zu gestalten, seine eigenen Ideen umzusetzen, das schenkt einem eine ordentliche Portion Glücksgefühle. Selbermachen macht einfach glücklich“, ist Aistleitner überzeugt.

© Thinkstock.comSo wie Ihr scheint es vielen zu gehen. Wenn man sich die Zahlen der größten DIY-Online Handelsplätze Dawanda und Etsy anschaut, kann einem schnell schwindelig werden. Dawanda hat etwa 2,5 Millionen Mitglieder und rund drei Millionen Produkte im Angebot. Jeden Tag kommen etwa 10.000 neue dazu. Jede Minute wird eine Tasche auf Dawanda gekauft, alle 30 Sekunden ein Produkt für Babys und Kinder und alle 20 Sekunden ein Schmuckstück. In Österreich nutzen etwa 40.000 DIY-Begeisterte die Plattform, 5.000 Österreicherinnen – etwa 95 Prozent der Nutzer sind Frauen – verkaufen auf Dawanda ihre eigenen Produkte. Etsy ist ein weltweiter Player und noch eine Nummer größer: 22 Millionen Mitglieder, über 850.000 aktive Shops, monatlich 42 Millionen Besucher, über 18 Millionen eingestellte Artikel und Verkäufe im Wert von fast 900 Millionen Dollar (knapp 700 Millionen Euro) im Jahr 2012.

Individualisierung und Rückbesinnung auf alte Werte

Bei diesen Zahlen wird klar, was auch Dorothea Loritz von Dawanda bestätigt: „Die Nachfrage nach einzigartigen Produkten fernab der Massenware ist während der letzten Jahre massiv gestiegen. In den nächsten Jahren rechnen wir mit einem weiteren Wachstum.“ Warum DIY so angesagt ist, versucht Susanne Maisch, Trendforscherin bei der Hamburger Agentur EARSandEYES, zu erklären: „Es gibt einen großen Trend hin zur Individualität, weg von der Massenware.“ Dabei spielt in der schnelllebigen Welt vor allem die Rückbesinnung auf „alte Werte“ eine Rolle: „Viele von uns haben alles bzw. können sich alles, was Sie wollen, kaufen, da ist Selbstgemachtes noch etwas Besonderes. Deshalb finden die Menschen wieder Mut und Lust an der eignen Kreativität. Daneben spielt auch der Nachhaltigkeitsgedanke eine große Rolle“, sagt Maisch. Für viele ist das Selbermachen auch eine bewusste Auszeit vom stressigen Alltag. Nicht ständig von einer Sache zur nächsten hetzen, sondern sich auch in Ruhe hinsetzen, stricken oder basteln ist ein Luxus, den sich immer mehr gönnen.

Wenn auch Sie zu den DIY-erinnen gehören, dann zeigen Sie uns in unserem Fotowettbewerb, was Sie können! Mitmachen lohnt sich!

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