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Eine Trennung verarbeiten

Selbst die süßeste Schokolade kann den Schmerz einer Trennung vom Partner nicht stillen. Unsere Expertin und Paarberaterin Beate Janota gibt Tipps bei Liebeskummer.

Plötzlich schläft man jede Nacht wieder alleine ein. Man bekommt keinen Bissen hinunter und möchte sich am liebsten nur noch unter der Decke verkriechen. Der Partner ist gegangen, der Liebeskummer ist gekommen.

Liebeskummer hat man vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen. Denn nicht nur das Herz leidet. Forscher der Universität Tübingen haben herausgefunden, dass bestimmte Hirnareale bei Frauen nach einer Trennung kurzzeitig fast ausgeschaltet sind. Dann herrscht Funkstille in den Regionen, die für Emotionen, Antrieb und Motivation zuständig sind. Auch das Schlaf- und Essverhalten liegt brach. Kein Wunder, wenn Liebeskranke zu nichts mehr in der Lage sind.

Sport gegen Liebenskummer

Der durchschnittliche Österreicher braucht rund vier bis sechs Wochen pro Beziehungsjahr, um die Trennung zu verarbeiten. „Jeder Mensch sollte sich aber die Zeit nehmen, die er braucht“, sagt Paarberaterin Beate Janota. Wie jeder Einzelne eine Trennung verarbeitet, ist vom Charakter abhängig. „Tendenziell kann man aber sagen, dass Männer ihre Gefühle eher hinunterschlucken oder sie überlagern diese mit vermehrter Arbeit, Sport oder Party“, sagt Janota. Frauen hingegen verarbeiten sehr viel beim Gespräch mit der Freundin. „Aber es gibt genug Fälle, wo es genau andersherum verläuft“, ist Janota überzeugt.

Tipps der Expertin, um die Trennung zu verarbeiten:

  • Mit Freunden so viel und oft wie möglich über das Erlebte sprechen, dabei verarbeitet man sehr viel und findet langsam wieder zu sich.
  • Sich Zeit nehmen, um die vergangene Beziehung zu analysieren und den Verlust zu betrauern. Hilfreich ist dabei auch das Schreiben von einem Tagebuch. Es hat letztlich die gleiche Wirkung wie Gespräche mit Freunden, kann aber unabhängig von der zeitlichen Verfügbarkeit jener geführt werden.
  • Den eigenen Körper nicht vernachlässigen: Oft ist Liebeskummer begleitet von Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit. Nehmen Sie sich Zeit für eine kleine Mahlzeit, greifen Sie bewusst zu ihren Lieblingsspeisen. Auch Schokolade ist erlaubt, vor allem jene mit hohem Kakaoanteil, da sie nachgewiesenermaßen eine positive Wirkung auf die Stimmung hat.
  • Auf ausreichende Ruhephasen achten: Einfach nur einmal dasitzen und in die Luft starren, ist erlaubt.
  • Frische Luft und Sonnenlicht helfen ebenfalls, die Stimmung wenigstens vorübergehend zu heben; darum öfter einen kurzen Spaziergang einplanen.
  • In besonders schlimmen Fällen vom „Broken-Heart-Syndrom“, das auch nach mehreren Wochen kaum nachlässt, empfiehlt die Expertin, eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

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