Das geheime Sexleben im Swingerclub

Für viele Paare (sowie auch Singles) fängt der Tag erst ab 20 Uhr so richtig an – und zwar, wenn der Wiener Swingerclub „Traumland“ seine Pforten öffnet.

Wie läuft es in einem Swingerclub ab, wer geht dort hin und was erwartet einen? Für alle, die die geheime Welt der Swinger kennenlernen möchten, stellt das als bester Swingerclub ausgezeichnete Traumland die perfekte Plattform dar, denn mit unbeschreiblich „heimeliger“ Atmosphäre und Gastfreundschaft, werden auch nervöse Zappelphilipps gelassen. sunny7 hat Traumland-Besitzerin Regina Stockinger zum Interview gebeten und hat sich im Sex-Club ein wenig umgesehen.

Mit 19 in Berührung gekommen

Regina Stockinger ist selbst mit 19 Jahren zum ersten Mal mit der Swingerszene in Berührung gekommen, als sie ihren 20 Jahre älteren Mann kennengelernt hatte. „Das war im Jahr 1969. Damals waren diese Partys aber noch unter ‚Sexpartys’ – nicht Swingerpartys – bekannt“, so Stockinger. Sie lernte die Paare nach und nach kennen und war bald mit der Szene gut vertraut. Im Gegensatz zu heute waren in der damaligen Zeit ausschließlich Pärchen aktiv – keine Singles.

Kurier: Sex-Annonce abgelehnt!

"In Wien gab es damals fünf, sechs Paare, die private Sexpartys bei sich zuhause organisiert haben – immer woanders", so Stockinger. Es wurden immer wieder neue Pärchen dazugebracht, damit das Ganze keinen „Inzucht“-Faktor bekam. „Wir hatten das damals auch im Kurier annonciert, der dies jedoch als anstößig und anrüchig bezeichnet und abgelehnt hatte. Die 'Presse' hingegen hat das lustigerweise angenommen. Der Kurier hat daraufhin wiederum gemerkt, dass ihm ein Geschäft entgeht. Es war also ein Hin und Her“, sagt die Besitzerin.

1986 wurde das Traumland nach langer Müh' und Not errichtet und ist nun der älteste Swingerclub Österreichs. Das Erfolgsgeheimnis: „Alle folgenden Clubbesitzer waren nie Swinger. Ich selbst habe ja die Szene gelebt und das Traumland so umgebaut, wie ich wusste, dass ich mich damals auch wohl gefühlt habe. Das ist auch der Grund, warum die Menschen auch dauerhaft zu uns kommen“, schildert sie. Das mit positivem Feedback gefüllte Gästebuch auf der Homepage spricht für sich.

Foto: Regina Stockinger mit Sohn Daniel

 

Was wird Swingern geboten und verboten?

Das Traumland bietet zwei reine Pärchentage (Mittwoch und Samstag) die Woche an, Singlefrauen sind jedoch immer willkommen. „Frauen sind heute schon viel emanzipierter und kommen gerne. Es geschieht schließlich auch nichts, was sie nicht wollen“, sagt die Besitzerin. Freitags und samstags ist zudem ein Masseur im Hause, der alle Damen gratis massiert. Eine Sauna sorgt für einen besonders heißen Abend.

 

Verbote gibt es nur wenige. In den Swinger-Räumen herrscht natürlich Rauch- und strengstes Rauschgiftverbot. „Wenn eine Frau außerdem ‚Nein’ sagt, heißt es auch ‚Nein’“, so die Besitzerin. Wer sich an diese Regel nicht hält, fliegt im Handumdrehen hinaus. Dass ein gutes Benehmen selbstverständlich ist, muss zudem nicht näher erläutert werden.

Wer darf eintreten?

Grundsätzlich ist die Hauptzielgruppe zwischen 25 und 45 Jahren alt. Außer dem Mindestalter von 18 Jahren, gibt es fast keine Begrenzungen. Selbstverständlich muss aber ein Dresscode berücksichtigt werden, wie auch bei einem Saunabesuch. Frauen ziehen ein hübsches Negligée an und Männer ansehnliche Shorts und T-Shirt, falls ein Bäuchlein vorhanden ist, das sie gerne verbergen möchten.

Regina Stockinger arbeitet bereits so lange in diesem Gewerbe, dass sie Störenfriede und Unruhestifter sofort identifizieren kann und sie wieder kurzerhand wieder hinausschickt - das Swingen soll schließlich harmonisch und kultiviert verlaufen.

Was passiert?

Zunächst wird neuen Besuchern alles in einem Rundgang erklärt und Ihnen somit jegliche Nervosität genommen. „Manche kommen auch nur zum Zuschauen, um sich Gusto zu holen. Sex ist nicht obligatorisch!“, schildert Stockinger. Kleine Fessel-Möglichkeiten sowie ein großer, massiver "Liegetisch" und die unzähligen Zimmern, sind zum antörnenden Zusehen und Mitmachen bereit gestellt.

Bevor sich die Swinger vor dem Vergnügen noch mit den qualitativ hochwertigen Leckereien des Buffets stärken, ziehen sie sich in den Umkleideräumen um. Nach dem herzhaften Schlemmen geht es auch schon hinein in das Sexparadies. Kondome bekommen Besucher vor Ort. „Ob sie jeder nutzt, kann ich natürlich nicht kontrollieren, aber jeder ist alt genug, um selbst zu wissen, was er tut“, so die Besitzerin.

Erotische Nischen

Das Traumland wirkt von außen zwar eher bescheiden, überwältigt von innen aber umso mehr. Das Sexparadies ist prunkvoll, pompös und vor allem riesig und bietet unterschiedliche Nischen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dunkelkammer, Prinzessinnenzimmer oder die New York-Skyline (um nur wenige zu nennen) sorgen für frischen Wind in der Beziehung. Besucher können andere beim Geschlechtsverkehr beobachten, die Paare durch die Schlitze berühren oder einfach mitmachen – je nach Lust und Laune.

Eifersucht?

„Kein Swingerpaar, das ich kenne, ist geschieden!“, sagt Regina Stockinger. Zwar können kleine Eifersuchtszenen hin und wieder auftreten, Eifersucht wird aber mit der Zeit obsolet, denn Liebe und Vertrauen ist laut Traumland-Besitzerin mehr als nur Sex. „Die Paare, die herkommen, machen sich ihre eigenen Regeln aus“. Manche sehen nur zu, oder gehen nicht weiter als küssen und berühren.

Bald auch für Homosexuelle

Nachdem einige homosexuelle Freunde Stockingers des Öfteren geäußert haben, dass es für sie keine ähnlichen Sex-Angebote in Wien gebe, wollte sie auch dieser Randgruppe Swinger-Möglichkeit eröffnen. Ab dem 31. März werden sich montags (immer abwechselnd) Schwule und Lesben im Traumland einfinden.

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