Selbständig mit eigenem Online-Shop

Freie Zeiteinteilung, ein zweites Standbein, der Verkauf von selbsterzeugten Waren und ein Stück Selbstverwirklichung: Viele Frauen betreiben einen Online-Shop oder liebäugeln mit der Idee. Aber was macht einen Online-Shop erfolgreich? Hier einige wichtige Tipps und Tricks, was Frau bei der Planung und technischen Umsetzung beachten muss.

Es klingt doch zu verlockend. Per Baukastensystem ist der eigene Online-Shop schnell aufgebaut, die Arbeitszeiten sind flexibel und das Internet bietet schier grenzenlose Möglichkeiten, um Waren zu verkaufen. Wer in seinem Online-Shop aber mehr als ein Hobby während der Karenz oder als Nebenjob sieht und irgendwann damit auch Geld verdienen will, muss sich mit dem Thema gut auseinander setzen.

Businessplan vorbereitenSabine Bichlmayer

„Ein Online-Shop bedeutet nicht weniger Arbeit als wenn man in einem Geschäft steht“, erklärt Sabine Bichlmayer, Filialleiterin Online-Store bei Jones. „Ich empfehle wie bei jedem Business, einen genauen, eher konservativ angelegten Businessplan vorzubereiten.“ Bichlmayer hatte bei der Umsetzung des Jones-Online-Stores das operative Projektmanagement über und gibt ihre Erfahrungen gerne weiter. „Viele denken, online kostet weniger als ein normales Straßengeschäft. Dies stimmt so nicht. Wir haben genauso teure Personalkosten beziehungsweise investieren laufend viel in Verbesserungen. Marketing, Werbe- und auch Produktionskosten für das gesamte Bildmaterial sind ebenfalls sehr hoch. Zudem zwingen die Big Player wie Amazon und Zalando Unternehmen wie uns auch beim gratis Hin- und Rückversand mitzumachen, was auch sehr viel Geld kostet“.

Der Traum wird wahr!

Margit AnglmaierEine Frau, die mit einem Online-Shop ihren eigenen Traum verwirklicht hat, ist Margit Anglmaier. Sie hat neben ihrem PR-Job die Kunstplattform www.willkunst.com ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, aufstrebende Künstler zu fördern und ihnen die Chance zu geben, ihre Kunst vorzustellen. Über die Plattform verkauft Anglmaier auch ihre eigenen Bilder und dies mit Erfolg. „Anfänglich haben mir die administrativen Hürden zu schaffen gemacht“, so die Neounternehmerin, die vor allem die Unterstützung von Seiten der Wirtschaftskammer und anderen Partnern genutzt hat.

„Und ja, so ein Projekt ist mit viel Arbeit verbunden.“ Aber die Künstlerin wächst auch persönlich mit ihrem Projekt. „Man bringt sein eigenes Baby auf den Markt und lässt es wachsen“, ist sie stolz. Der Schritt ins Online-Business erforderte viel Mut. „Ich habe mir das für mich passende Content Management Programm gesucht, habe ein Unternehmen gegründet, mir die richtigen Partner an Land geholt und bin gestartet“, so Anglmaier. „Von einem Moment auf den nächsten, habe ich meinen ganzen Mut zusammengefasst und habe es einfach getan.“ Dass allerdings mit dem Online-Gang alleine die Arbeit am Shop nicht abgeschlossen ist, davon kann auch Bichlmayer erzählen. „Am Anfang war die Infrastruktur der größte Brocken, heute gibt es viele andere teure Kostenfakten. Wir haben einen sehr guten Online Store, aber wir investieren jedes Monat viel Geld in die Optimierung.“

 Checkout wichtig

Letztlich treiben ja auch technische Neuerungen und VeränderungenChristian Renk die Betreiber immer wieder zu neuen Investitionen. So greifen jetzt viele Käufer per Smartphone beziehungsweise Tablet auf Online-Shops zu. „Die Optimierung einer mobilen Seite ist unbedingt notwendig“, erklärt e-Commerce-Profi Christian Renk, Country Manager des Paymentproviders Klarna Austria. Die Gestaltung des Kassabereiches auch Checkout genannt, ist für den Erfolg des Online-Stores unbedingt notwendig. Denn dort brechen viele kaufwillige Kunden ihren Einkauf in letzter Sekunde ab, zum Beispiel wenn dieser zu unübersichtlich ist, oder nur Zahlungsmethoden angeboten werden, denen der Kunde nicht vertraut. „Der Check-Out ist für den Kunden der sensibelste Bereich im Online-Shop. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass von 100 'mobilen' Kaufinteressierten, die sich bis zum Checkout eines Shops durchklicken, nur 16 den Kauf tatsächlich abschließen. Das ist eine Kaufabbruchrate von 84 Prozent“, so Renk.

„Den Online-Shopbetreibern entgeht dabei nicht nur enorm viel Umsatz, sondern auch den Kunden selbst.“ Beim Bezahlen spielt Vertrauen eine große Rolle. Daher ist der Kauf auf Rechnung bei Kunden besonders beliebt. Denn bezahlt wird erst nach Erhalt und Kontrolle der Ware. Jones beispielsweise konnte mit der Integration von Klarna Kauf auf Rechnung ihre Konversions-, also Kaufabschlussquote deutlich erhöhen. Der große Vorteil liegt auch darin, dass Klarna das gesamte Zahlungs- und Sicherheitsrisiko für den Online-Shop-Betreiber übernimmt. „Das Angebot an verschiedenen Zahlungsarten ist sehr wichtig“, so Bichlmayer. „Bei Jones zahlt die Mehrheit der Kundinnen mit Klarna Kauf auf Rechnung und ist sehr zufrieden mit dieser Zahlungslösung.“ Auch willkunst.at setzt zumindest auf fünf Zahlungsmöglichkeiten. Damit der Online-Shop professionell wirkt, sollen Gütesiegel und Verbandsmitgliedschaften gut sichtbar auf der Website angeführt werden, ebenso die Kontaktdaten und das Impressum mit Adresse, Firmensitz und Kontakttelefonnummern. Transparenz ist in allen Fällen ein Pluspunkt, wie zum Beispiel bei den Produktbeschreibungen, den Versand- und Verpackungskosten, den Gesamtkosten und dem Rücktrittsrecht. 

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