Testament

Der letzte Wille

Wer bekommt eigentlich den ganzen Schmuck, das Haus und das Auto, wenn man gestorben ist? Inwieweit kann ich mein Vermögen selbst vererben und wann schreitet der Staat ein? Grundsätzliches zum Erbrecht.

Von einem Testament spricht man, wenn Sie in einer Niederschrift verfügen, wer (Verwandte oder Freunde) was (Vermögen) vererbt bekommt. Schreiben Sie nur einen letzten Willen, der keine Angaben über Erben enthält, spricht man von einem Kodizill.

Was mit Ihrem Vermögen nach dem Tod passiert, können Sie weitgehend selbst bestimmen. Vererblich sind Schulden und Vermögenswerte wie Schmuck, Spareinlagen oder Liegenschaften. Nicht vererblich sind bestimmte Rechte wie zum Beispiel das Wohnrecht oder der Anspruch auf Unterhalt. Hat die Verstorbene keine Regelung getroffen, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Diese orientiert sich am Durchschnitt. Das vererbbare Vermögen bekommt in diesem Fall z.B. der Ehemann und die/der nächste Verwandte der Verstorbenen. Durch das Pflichtteilsrecht ist geregelt, dass selbst ein von der Familie ausgestoßenes Kind einen Teil des Erbes bekommt. In letzter Konsequenz, wenn es keine Erben gibt, bekommt alles der Staat Österreich.

Private Testamente

  • Schriftlich und eigenhändig verfasst: Muss ein Datum enthalten und mit vollem Namen unterschrieben sein. Hierbei sind keine Zeugen notwendig.
  • Per PC oder fremdhändig verfasst: Drei Zeugen, die nicht als Erbe eingesetzt sind, müssen unterschreiben. Die Zeugen müssen volljährig, bei geistiger Gesundheit und der Sprache des Erblassers mächtig sein.
  • Mündliches Testament: prinzipiell möglich, kommt aber oft zu Streitigkeiten. Auch hierbei sind drei Zeugen notwendig. Sterben zwei der drei Zeugen, ist das Testament ungültig.

Öffentliche Testamente

  • Da sie von einem Notar oder einem Gericht abgefasst werden, entsprechen sie fremdhändigen Testamenten. Es sind hierbei aber nur zwei Zeugen notwendig.
  • Ein Großteil der Testamente ist nicht korrekt abgefasst, darum sollte man sich an einen Notar wenden oder sich umfassend informieren.
  • Ein Notar trägt auch zur Sicherheit bei, dass das Testament in Kraft tritt. Schreiben Sie ohne Notar ein Testament, kann es passieren, dass Ihr letzter Wille in einer Schublade verstaubt und nicht gefunden wird, somit nicht in Kraft tritt. Selbstverständlich können Sie einer Person Ihres Vertrauens über den Aufbewahrungsort des Testaments Bescheid geben.

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