Mackenzie Dawson

Kinder & Bürojob? Lächerlich einfach!

Trennung hin oder her, die Aussagen, die Gwyneth Paltrow sich im Interview mit der Promi-Klatsch-Website „E! Online“ geleistet hat, sind für eine erwachsene Frau schlichtweg unentschuldbar.

Die meisten von uns können das Leben und den Alltag eines Filmstars nicht nachvollziehen, wie auch? Was wir aber mit Sicherheit wissen ist, dass berufstätige Mütter in der Regel enormem Stress ausgesetzt sind. Endlose – nicht zuletzt öffentliche, und nicht selten unangemessene – Diskussionen über diese Thematik sind uns allen zu hinreichend bekannt. Gwyneth Paltrow schürt diese Debatte ein weiteres Mal und trifft mit ihren unverschämten Aussagen klarerweise einen Nerv, der ohnedies zur Genüge belastet wird. „Ich glaube, es ist anders, wenn du einen Bürojob hast. Du kannst morgens alles Mögliche erledigen und abends, wenn du nach Hause kommst. Wenn du aber einen Film drehst, heißt es ‚Du musst für zwei Wochen nach Winsconsin.’ Und da arbeitest du dann 14 Stunden täglich, was wirklich anstrengend ist. Ich denke, einen Bürojob zu haben und gleichzeitig Mutter zu sein ist auch herausfordernd, vergleichbar mit der Arbeit auf einem Set ist das aber nicht.“ Die unfassbare Frechheit, mit der die Schauspielerin sämtliche arbeitenden Mütter über einen Kamm schert ist per se bereits äußerst schwer zu verdauen, dass jemand mit 17 Angestellten und einem Vermögen von geschätzten 47 Millionen Dollar so etwas von sich gibt, erleichtert die Situation natürlich nicht unbedingt.

Versteckte Kamera?

Die arbeitende Mutter Mackenzie Dawson reagierte auf diese Aussagen mit einem offenen Brief an die New York Post: „As a mother of a toddler, I couldn’t agree more! Thank God I don’t make millions filming one movie per year“, eröffnet sie die Nachricht an Paltrow. „Wenn’s anstrengender wird, sage ich mir das immer wieder selbst. Es ist mein persönliches Mantra.“ Auch den arbeitenden Freundinnen von Dawson ginge es ganz genauso. „Wie plaudern täglich darüber, wie einfach sich Job und Familie unter einen Hut bringen lassen. Es laufen doch in jedem Viertel der Stadt exzellente Babysitter umher, die mit hochgehaltenen Schildern ihre kompetenten Dienste anpreisen“, so Mackenzie Dawson. „Wir streiten dann ständig, wer von uns es am leichtesten hat. Die, die rund um die Uhr arbeiten, um ihre Miete bezahlen zu können und aufgrund ihrer Angst um ihren Job, nächtelang wach liegen, oder die Mütter, deren Bewerbungen abgelehnt werden, weil sie Mütter sind. Vielleicht sind es auch die, mit den normalen 9-to-5-Jobs, denen bei Krankheit der Kinder Lohn abgezogen wird. Diese Mütter leben alle einen Traum! Und apropos Kinderbetreuung“, geht es weiter im Text, „wie du sicher weißt, Gwynnie, ist es echt schwer gutes Personal zu bekommen. Wie gut, dass an jeder Ecke staatlich subventionierte, hoch qualifizierte Kinderbetreuung angeboten wird.“

Mutter-Alltag

Der Sarkasmus in Dawsons Brief zeigt sehr deutlich, dass sich arbeitende Mütter, die täglich unglaublichem Druck ausgesetzt sind, angesichts dieser lächerlichen Aussagen fühlen müssen, wie bei einer Episode „Versteckte Kamera“. „Manchmal hab’ ich sogar Zeit, die Hälfte meines Kaffees zu trinken, bevor er kalt wird“, fährt die berechtigt erzürnte Mutter fort, „sobald ich meinen gemütlichen Morgen dann hinter mich gebracht habe, trinke ich ein paar Bellinis und optimiere meine private Pensionsvorsorge, was mich bis zum Abend beschäftigt. Dann bin ich voller Elan und Motivation, eines der großartigen Rezepte auf deiner inspirierenden Lifestyle-Website nachzukochen. Jemand Lust auf bei Niedrigtemperatur gegarten Grünkohl, Pancetta und Brotkrumen?“, fährt Mackenzie Dawson fort, „Anschließend gehe ich zum Yoga, meditiere ein paar Stunden und kaufe etwas online. Vielleicht die ultrakurze Hose mit weißem Leopardendruck für 350 Dollar bei „Goop“. Denn wenn es eines gibt, worin ich seit der Geburt meines Kindes einfach großartig aussehe, dann sind es ultrakurze Hosen.“ Zuletzt schreibt Dawson, dass sie Gwyneth echt dankbar sei, dass sie die Leiden einer Filmstar-Working-Mum tapfer ertrage, während sie selbst das pure „La Vida Loca“ am Arbeitsplatz erlebe. „14 Stunden am Filmset? 14 Stunden? Wer in New York muss schon 14 Stunden arbeiten, um sein Geld zu verdienen, wie gut, dass die 9-to-5-Jobs hier auf den Bäumen wachsen.“ Dawson schließt ihren Brief, genauso sarkastisch, wie sie ihn begonnen hat. Und zwar mit den Worten „Yours, Mackenzie“. Wir sind gespannt auf die Antwort von Gwyneth, bezweifeln eine solche ob ihres außergewöhnlichen Stress-Levels jedoch massiv. Wir jedenfalls empfehlen der Frau einen ihrer Gurus und Coaches gegen etwas Realitätsbewusstsein auszutauschen. Und vielleicht ein paar Manieren.

Gossip, Gwyneth Paltrow, Mackenzie Dawson, Stars & Sternchen, Klatsch & Tratsch, berufstätige Mütter, Beruf, Mutterschaft

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