Häusliche Gewalt an Frauen

‚Wenn ich groß bin, werde ich meine Frau schlagen!’

Häusliche Gewalt an Frauen beginnt bereits im frühen Alter und vor dem ersten Schlag! Der Werbespot von ‚Our Watch’, einer australischen Organisation gegen häusliche Gewalt, zeigt Kinder, die beschreiben, was sie später einmal werden möchten.

Zunächst erzählen die Kinder von ihren Zukunftsträumen, Pilot, Wissenschaftler oder Künstler zu werden. Schon bald aber schlagen diese Visionen eine andere Richtung ein, beginnend mit folgender Aussage eines Mädchens: "Wenn ich groß bin, wird mir mein Mann sagen, was ich zu tun habe!"

LoloStock/ shutterstock.com

Häusliche Gewalt wird erlernt

Häusliche Gewalt ist nicht natürlich, sondern erlernt – und das bereits im Kindesalter. „Der lange Weg zu häuslicher Gewalt beginnt mit dem Glauben, dass Frauen Besitztümer sind, nicht Gleichgestellte“, schildert das australische Model Ruby Rose im Spot. Eine von sechs australischen Frauen ist Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt ihres Partners – jede Woche wird eine Frau von einem gewalttätigen (Ex)-Partner getötet.

Umfassende Statistiken beweisen, dass häusliche Gewalt aber allgegenwärtig ist, unabhängig von Land und Kontinent. Zugleich beweisen sie, dass sexistische Stereotype häufig Grund für ein derartiges Verhalten sind und Kindern bereits so mitgegeben werden. Frauen werden nach wie vor oft als minderwertig betrachtet, was sie zu Opfern macht. 

Häusliche Gewalt an Frauen in Österreich

Auch in Österreich ist häusliche Gewalt an Frauen keine Seltenheit, die in manchen Fällen sogar tödlich endet. Über 90 Prozent der Täter sind Männer, Zigtausende von Kindern werden zu Zeugen. Die Taten reichen von Drohungen und Körperverletzungen über Freiheitsentzug bis hin zu Vergewaltigungen und Mord. Die Polizei kann eine Wegweisung sowie ein Betretungsverbot des Hauses oder Wohnung temporär aussprechen.

Vor allem in Wien ist das Bewusstsein für häusliche Gewalt an Frauen groß – Bekannte, Freunde und Nachbarn verschließen die Augen nicht und bieten Opfern vermehrt Hilfe an. Es gibt zahlreiche Einrichtungen in allen Bundesländern, die zum Großteil weibliche Gewaltopfer beraten. „Jede Form von Gewaltanwendung ist verboten“, so die kostenlose und anonyme Frauenhelpline.at. Frauen, die sich in ihrem Zuhause unsicher fühlen, haben zudem die Möglichkeit, in ein Frauenhaus in ihrer Umgebung zu ziehen, um dort Schutz zu suchen. Sind Männer Opfer von Gewalt, können sie sich an spezielle Männerberatungsstellen wenden.

Häusliche Gewalt an Frauen, Häusliche Gewalt in Österreich, Gewalt an Frauen, Gewalt an Kindern

Kommentare (0) Comment

    Bislang noch keine Kommentare. Seien Sie die Erste!

Neueste Rezepte More