Kinder erzählen Geheimnisse

Wahrheit & Konsequenzen

Manche Familien-Geheimnisse sollten die Kinder lieber nicht erfahren; während andere geteilt werden können. Lernen Sie, wann sich Offenbarungen auszahlen.

Auf Facebook wird das geheime Rezept von Großmutters Rübenkuchen verraten und im Fernsehen werden bei diversen Shows ganze Familientragödien ans Tageslicht gebracht. Wir leben in einer Zeit, wo persönliche Probleme, Sehnsüchte und Erfolge immer mehr mit anderen geteilt werden.

Dabei sind die Themen oft oberflächlich oder werden dramatisiert, um Aufmerksamkeit und im Falle der Medien, Quoten zu generieren. „Das wahre Leben sieht anders aus“, sagt Kommunikationsprofessor John P. Caughlin. Dennoch ist er sich sicher: „Es gibt keine Familie ohne Geheimnisse.“ Manchmal wird der Kater von Papa als Verkühlung verkauft oder verheimlicht, dass Mama raucht. Oft ist das Geheimnis aber weitaus größer.

Lügen tut man nicht

Es ist allerdings Ihr gutes Recht, Kindern nicht alles zu verraten. Wenn sich ein Verwandter aber einmal verplappert oder das Kind Sie beim Lügen erwischt, kann das erheblichen Schaden bei den Kleinen anrichten. Oft fühlen sich Kinder dann betrogen oder sind von nun an sehr skeptisch, egal was Sie ihnen erzählen.

„Manche Kinder sind für eine lange Zeit zutiefst verletzt“, sagt Gail Heyman, die eine Studie zu dem Thema an der Universität von Kalifornien herausgebracht hat. „Sie werden denken, wenn Mama über diese Sache gelogen hat, welche Unwahrheiten verbreitet sie dann noch?“ Oder das Kind denkt, dass seine Mutter ihm nicht genug vertraut und deshalb lügt.

Mit negativen Gefühlen umgehen

Kinder zu beschützen, indem man zum Beispiel nicht verrät, dass die Oma sehr krank ist, kann mehr Schaden anrichten, als die Wahrheit zu erzählen. Denn sie spüren ja trotzdem, dass etwas nicht in Ordnung ist, wenn Sie ein bestimmtes Thema meiden. Kinder interpretieren dann ihre eigenen Gedanken hinein und glauben vielleicht noch, dass die Oma bereits gestorben ist.

Zudem müssen Kinder auch lernen, wie man mit negativen Gefühlen und Verlusten umgeht. Darum ist es oft besser, die Wahrheit zu sagen, als die Kinder im Dunkeln zu lassen.

Das ist privat

Das heißt aber nicht, dass Sie alles an Ihre Sprösslinge weitergeben sollen. „Kinder wollen nichts über Ihr Sexleben wissen“, sagt die Familientherapeutin Katherine Yost. „Bei einer Scheidung ist es auch nicht nötig, sämtliche Details auszusprechen und schon gar keine Schuldzuweisungen zu machen.“

Für sie ist Lügen generell falsch und sie empfiehlt in heiklen Fällen eher zu sagen: „Darüber möchte ich nicht sprechen. Das ist privat, bitte respektiere das“. Sind Sie ehrlich und offen zueinander, stärkt das den Familienzusammenhalt. Außerdem erhöht es die Chance, dass Ihre Kinder auch ehrlich sind, wenn sie einmal ein größeres Problem haben.

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