Freches Kind mit Mutter

Mamas Fragestunde – Teil 2

sunny7 hat mit Müttern gesprochen und ihre Schwierigkeiten bei der Kindererziehung unserer Expertin Elisabeth Halmer geschildert. Die Pädagogin hat Antworten auf häufige Probleme.

Fast wöchentlich erscheint ein neuer Ratgeber mit Tipps und Tricks rund um die Erziehung unserer Kinder. Die unterschiedlichen Ratschläge verunsichern viele Eltern. Eine ideale Erziehung ohne Fehler gibt es allerdings nicht. Was übrig bleibt, sind viele Fragen. sunny7 hat versucht, einige davon zu beantworten.

Fall 1: „Ich besteche meine Kinder mit Lollis“

Lolli ist seit neuestem das Lieblingswort des 20 Monate alten Manuels. „Er ist süchtig nach den Lutschern“, sagt seine Mutter Angela. Die 34-Jährige trägt selbst Schuld daran. „Ich hab mich in diese klebrige Situation gebracht, indem ich die Lutscher als Bestechung an Manuel und seine drei Jahre alte Schwester Amelie verteilt habe.“ Mit Hilfe der Lollis hat Angela die Kinder zum Anziehen, still Sitzen und Schuhe anziehen gebracht. Jetzt hat sie ein schlechtes Gewissen.

Die Expertin sagt: Bestechung ist nie eine gute Idee, weil die Kinder sich natürlich daran gewöhnen, für jedes erwünschte Verhalten eine Belohnung zu erhalten. Sie tun also Dinge nicht, weil sie verstehen, dass es sinnvoll ist, diese zu tun. Sie machen Sachen viel mehr, weil es einen Lolli oder sonst etwas als Belohnung gibt. Die Mutter könnte mit Amelie besprechen, dass sie nun groß genug ist und keine Lollis mehr als Belohnung braucht, weil Mamma und Papa ja auch keine Lollis brauchen. Idealerweise sollte Angela mit dem Kind jede Situation, in der es früher Lollis gab, auf seine Sinnhaftigkeit (warum tun wir das denn überhaupt?) besprechen, damit das Kind langsam lernt, man zieht Schuhe nicht an, weil es einen Lolli gibt, sondern die Steinchen auf der Straße sonst auf den Füßen weh tun.

Es ist auch gut, die Kinder abzulenken und nicht beim kleinsten Protest nachzugeben. Kinder spüren meist genau, wenn die Eltern ein schlechtes Gewissen haben und bei Protest oder Weinen umfallen und der Lolli dann doch wieder kommt. Wenn die Eltern überzeugt sind, dass der Lolli jetzt kein Thema mehr ist, wird auch nicht lange diskutiert. Allerdings anfangs wird das Ganze nicht ohne Tränen und Wutausbrüche stattfinden. Trotzdem sollten Sie nicht nachgeben. Sonst lernen die Kinder nur, dass Wutausbrüche und Weinen ein gutes Druckmittel sind. Leicht wird es vermutlich nicht werden, aber lernen, auf etwas zu verzichten, ist ein wichtiger Schritt, der auch die Frustrationstoleranz erhöht.“

Fall 2: „Ich ermahne mein Kind, nicht zu teilen“

Den kleinen Ball mit in den Park zu nehmen, erschien der Mutter Martina anfangs eine super Idee. Aber nur Sekunden nachdem Patrick ihn aus dem Buggy genommen hatte, tauchten plötzlich lauter Kleinkinder auf und wollten ihre Chance ergreifen, auch einmal den Ball zu bekommen. Manuel schrie, als sie versuchten, ihm den Ball wegzunehmen. „Sie müssen wissen, die meiste Zeit über predige ich meinen Kindern, dass sie sich abwechseln und miteinander teilen sollen; aber in diesem Fall hab ich mich runtergebeugt, um einen gerade mal 4-Jährigen daran zu hindern, den Ball aus Patricks Hand zu klauen. Effektiv? Sicher! Aber keine 15 Minuten später, als ich die Geschichte meinem Mann erzählte, fühlte ich mich einfach nur lächerlich. Ernsthaft, welche Mutter rangelt schon mit Kleinkindern?“

Die Expertin sagt: Das Kind hätte auch ohne das Einschreiten der Mutter den Ball zurückgegeben. In Kinderstreitigkeiten sollte man sich als Elternteil eher nicht so sehr einmischen – Kinder regeln das üblicherweise alleine, wenn sie im gleichen Alter sind. Dadurch lernt das Kind auch, dass es selber etwas bewirken kann und macht einen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Wenn allerdings ein Altersunterschied vorhanden ist, ist ein Eingreifen schon sinnvoll. Ein 2-Jähriger kann sich nicht gegen 4- oder 5-Jährige durchsetzen. Körperliche Übergriffe, etwa wie ein Klaps, sind jedoch ein absolutes No-go.

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