Den Schmerz lindern

Von Claudia Weber
Mo, 14/11/2011 - 17:36

In Österreich wurden 2010 laut Statistik Austria rund 17.000 Ehen rechtskräftig geschieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe durch eine Scheidung endet, liegt heute bei 43 Prozent. Das heißt, dass fast jede zweite Ehe in die Brüche geht. Die Leidtragenden sind neben den Eheleuten selbst immer auch die Kinder, die von heute auf morgen eine Trennung überwinden müssen. Mehr als 19.500 mussten im letzten Jahr miterleben, wie sich Mama und Papa getrennt haben – 18 Prozent davon waren bei der Scheidung ihrer Eltern jünger als sechs Jahre.

Viele Eltern glauben, dass Kleinkinder und Babys nicht viel mitkriegen von Streitereien und Spannungen, doch ganz im Gegenteil. Eine Scheidung kann für die Kleinen ein traumatisches Erlebnis sein: Die tägliche Routine wird gebrochen, ein Elternteil verlässt den gemeinsamen Haushalt und vielleicht gibt es sogar einen neuen Partner an der Seite von Mama oder Papa. Wir zeigen auf, wie eine Trennung der Eltern sich auf die Kleinsten auswirkt und was man tun kann, um das Ganze möglichst glimpflich über die Bühne zu bringen.

Wie Kleinkinder auf eine Scheidung reagieren

Babys und Kleinkinder verstehen zwar nicht, was eine Scheidung ist, die Spannungen und Veränderungen in der Familie nehmen sie aber sehr wohl wahr. Die Tatsache, dass man ihnen noch nicht mit Worten erklären kann, warum Mama und Papa sich trennen, macht das Ganze noch schwieriger. Entscheidend für die Reaktion der Kinder auf die veränderten Umstände ist das Verhalten der Eltern. Lautstarke Streitereien machen den Kindern Angst und verwirren sie, ein Umzug oder der Auszug eines Elternteils verändert die tägliche Routine und das gewohnte Umfeld der Kleinen ganz entscheidend. Angst und Unsicherheit, Unruhe, Weinen, Wutanfälle, Klammern, Probleme beim Schlafen, Essen und Verdauen oder Apathie und Rückschritte in der Entwicklung, können die Folgen einer Scheidung sein.