Scheidung

Den Schmerz lindern

Wenn sich Mama und Papa trennen, ist das für Kinder besonders schmerzhaft und verwirrend. Selbst Babys und Kleinkinder leiden unter der Scheidung, auch wenn viele glauben, dass die Kleinen in diesem Alter noch nichts mitbekommen.

In Österreich wurden 2010 laut Statistik Austria rund 17.000 Ehen rechtskräftig geschieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe durch eine Scheidung endet, liegt heute bei 43 Prozent. Das heißt, dass fast jede zweite Ehe in die Brüche geht. Die Leidtragenden sind neben den Eheleuten selbst immer auch die Kinder, die von heute auf morgen eine Trennung überwinden müssen. Mehr als 19.500 mussten im letzten Jahr miterleben, wie sich Mama und Papa getrennt haben – 18 Prozent davon waren bei der Scheidung ihrer Eltern jünger als sechs Jahre.

Viele Eltern glauben, dass Kleinkinder und Babys nicht viel mitkriegen von Streitereien und Spannungen, doch ganz im Gegenteil. Eine Scheidung kann für die Kleinen ein traumatisches Erlebnis sein: Die tägliche Routine wird gebrochen, ein Elternteil verlässt den gemeinsamen Haushalt und vielleicht gibt es sogar einen neuen Partner an der Seite von Mama oder Papa. Wir zeigen auf, wie eine Trennung der Eltern sich auf die Kleinsten auswirkt und was man tun kann, um das Ganze möglichst glimpflich über die Bühne zu bringen.

Wie Kleinkinder auf eine Scheidung reagieren

Babys und Kleinkinder verstehen zwar nicht, was eine Scheidung ist, die Spannungen und Veränderungen in der Familie nehmen sie aber sehr wohl wahr. Die Tatsache, dass man ihnen noch nicht mit Worten erklären kann, warum Mama und Papa sich trennen, macht das Ganze noch schwieriger. Entscheidend für die Reaktion der Kinder auf die veränderten Umstände ist das Verhalten der Eltern. Lautstarke Streitereien machen den Kindern Angst und verwirren sie, ein Umzug oder der Auszug eines Elternteils verändert die tägliche Routine und das gewohnte Umfeld der Kleinen ganz entscheidend. Angst und Unsicherheit, Unruhe, Weinen, Wutanfälle, Klammern, Probleme beim Schlafen, Essen und Verdauen oder Apathie und Rückschritte in der Entwicklung, können die Folgen einer Scheidung sein.

Was man tun kann, um das Ganze weniger schmerzhaft zu machen

Wenn wirklich kein Weg an einer Trennung vorbeiführt, sollte trotz aller Streitereien und Konflikte immer an das Wohl der Kinder gedacht werden. Nur wenn die Eltern einigermaßen fair und vernünftig miteinander umgehen, werden auch die Kinder die Zeit der Trennung und Scheidung gut überstehen. Dazu gibt es gerade im Hinblick auf Kleinkinder einige hilfreiche Strategien.

  1. Tägliche Routinen beibehalten. Füttern, Baden und Spielzeit zu geregelten Zeiten sind essenziell, um dem Kind ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln – ganz egal welcher Elternteil die Hauptbezugsperson ist. Zur Routine zählen auch die Regeln, an die sich die Kinder bis jetzt gehalten haben. Dass es in Zukunft zwei zu Hause gibt, sollt nicht bedeuten, dass auch verschiedene Regeln gelten. Eine gemeinsame Erziehungsstrategie sowie die Bereitschaft zu Kompromissen ist sehr wichtig.
  2. Ehrlich auf Fragen antworten. Je älter ein Kind ist, desto neugieriger und sensibler wird es auf die Veränderungen in seiner Umgebung reagieren. Ältere Kleinkinder und Kindergartenkinder werden wahrscheinlich fragen, warum Mama und Papa sich nicht mehr lieb haben. Auch wenn es schwer fällt, sollte man diese Fragen möglichst ehrlich, einfach und altersgerecht beantworten. Dabei sollte man fair sein und nicht versuchen, das Kind auf eine Seite zu ziehen. Ganz wichtig ist es, immer zu betonen, dass das Kind keinerlei Schuld an der Trennung hat.
  1. Die Beziehung zwischen dem Ex-Partner und dem Kind fördern. Regelmäßiger Kontakt und eine intakte Beziehung zu beiden Elternteilen wirken sich positiv auf die Kinder aus. Deshalb sollten die Eltern ihre Kleinen auch nicht daran hindern, Zeit mit dem Ex-Partner zu verbringen. Gute Planung und Verlässlichkeit von beiden Seiten sind eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Patchwork-Familie.
  2. Nicht vor dem Kind streiten. Kinder im Alter von drei Jahren oder noch jünger verstehen die Komplexität von Beziehungen nicht. Hitzige Streitereien können Kinder ängstlich machen.
  3. Das Kind langsam an neue Situationen gewöhnen. Ein Umzug bringt oft auch den Wechsel der Kindertagesstätte oder des Babysitters mit sich. Gerade nach einer Trennung sind Kinder oft sehr unsicher und ängstlich im Umgang mit Fremden. Deshalb sollte man den neuen Babysitter oder die neue Tagesmutter sehr langsam an das Kind heranführen und das Kind erst dann mit der neuen Bezugsperson allein lassen, wenn man merkt, dass sich das Kleine wohl fühlt.
  4. Sich selbst eine Auszeit nehmen. Wenn die Trennung an einem selbst nagt, sollte man sich ab und zu eine Auszeit gönnen und Großeltern, Verwandte oder Freunde darum bitten, sich in der Zwischenzeit um die Kinder zu kümmern. So kann man Kraft schöpfen und im Anschluss wieder mit voller Kraft für die Kinder da sein.
  5. Vorsicht mit neuen Partnern. Kinder reagieren oft sehr empfindlich auf neue Partner der Elternteile. Oft stehen sie dem Ersatzpapa oder der Ersatzmama kritisch gegenüber und wollen erst mal gar nichts mit der neuen Person zu tun haben. Deshalb sollte man neue Partnerschaften langsam angehen und den Kindern den neuen Partner nicht unüberlegt oder beiläufig vorstellen.

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