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Frau zeigt rote Karte

Frau im Abseits

Wenn die Tore fallen, haben Frauen nichts mehr zu melden. Das ist zumindest die Meinung einiger Männer, sobald Fußballspiele wie jetzt bei der Europameisterschaft im Fernsehen laufen. Wie Sie die EM trotzdem konfliktfrei überstehen, verrät Ihnen unsere Expertin Beate Janota.

Viele Freunde. Viel Trinken. Viel Fernsehen. Die Fußball-Europameisterschaft begeistert wieder viele Männer und Frauen. „Ich habe früher selber Fußball gespielt und schaue mir zurzeit fast jedes Spiel mit meinem Freund an“, sagt Diane Obermayer. „Wenn Spanien gewinnt, hissen wir die Fahne“, sagt die 24-Jährige mit Begeisterung. Es ist ein Klischee, dass Frauen nichts mit Fußball zu tun haben wollen. „Die Zeiten, wo Frauen generell Desinteresse hatten, haben sich gewandelt. Viele schauen mit und freuen sich auch mit“, weiß die Psychologin und Paarberaterin Beate Janota.

Nackt sein, hilft nicht

Trotzdem gibt es Frauen, die seufzen und die Augen verdrehen, wenn der Ball anfängt zu rollen. In den schlimmsten Fällen beginnt der Mann, die gemeinsamen vier Wände mit Fahnen und Bannern der Lieblingsmannschaft zu schmücken. Alkohol steht dann täglich am Speiseplan und der Partner vergisst seine ehelichen bzw. partnerschaftlichen Pflichten zu erfüllen.

Während eines Spiels ist die Aufmerksamkeit des Mannes in etwa so verteilt: Fußball : Frau = 100 : 0. Die 34-jährige Clara hat ihren Mann während eines Spieles sogar getestet. „Ich wollte wissen, wie sehr mein Mann vom Fußball vereinnahmt ist“, sagt Clara. „Aber vor allem wollte ich mir nur einen Spaß daraus machen, damit ich von der EM auch etwas habe.“ So hat sich die Rechtsanwaltsgehilfin während des Spiels Tschechien gegen Griechenland sexy Unterwäsche angezogen, die Haare toupiert und geschminkt. In High Heels ist sie dann vor ihrem Mann auf- und abgegangen – zwischen ihm und dem Fernseher hin und her! „Er hat sich darüber aufgeregt, dass er nichts sieht, aber dass ich da halb nackt vor ihm stehe, hat er nicht bemerkt“, lächelt Clara.

Schuhe gegen Fußball?

Viele Frauen nehmen es längst nicht mit so viel Humor, wenn der eigene Mann in eine Art Fußball-Koma verfällt. „Vereinbarungen im Vorhinein zu treffen, kann Konflikte vorbeugen“, weiß Janota. Neue Schuhe für die tagelange TV-Belagerung sind ihrer Meinung nach aber nicht drinnen. „Wenn, dann sollte TV auch mit TV abgegolten werden.“ So könnte man zum Beispiel zwei bis drei gemeinsame Kinobesuche inklusive Schnulzen und ganz viel Popcorn herausschlagen. Im Gegenzug darf der Mann den Fernseher belagern. Aber Achtung, die Balance muss stimmen. „Sie können nicht 100 Kinobesuche gegen 10 Matches tauschen“, sagt Janota. Public Viewing oder den Partner zu Freunden zu schicken, ist auch eine gute Möglichkeit, dem Fußballgegröle daheim aus dem Weg zu gehen. Oder man plant ein Alternativprogramm, trifft sich mit Freundinnen und geht seinen eigenen Hobbys nach.

„Ein wunderbarer Zug ist natürlich, wenn der Nicht-Fußballfan meint: ‚Weißt du, ich mag Fußball zwar nicht, aber dir zuliebe stelle ich meine TV-Wünsche für diese besondere Zeit hinten an’. Das kommt einerseits beim Partner extrem positiv an und andererseits motiviert es diesen meist von ganz alleine, sich mit einem ‚...dir zu liebe...’ zu revanchieren“, sagt Janota.

Kommentare (1) Comment

  • 21 Juni 2012 | 16:18 schokomaus

    Also ich hab überhaupt kein Problem mit Fußball schauen, bin manchmal sogar nervöser als mein Mann. Und mal ehrlich, die 3 Wochen sind auch zu verkraften und die Zeit wo Mann vor dem Fernseher sitzt können alle nicht Fußball-Fans ganz genüsslich zum Lesen, Freunde treffen, spazieren.... nutzen.