Klatschen und tratschen

Warum wir klatschen und tratschen

Oh ja, die Menschen lieben es, über andere zu lästern und Klatsch zu verbreiten. Fast jeder hat den Drang, prickelnde Informationen über Freunde, Kollegen oder Feinde zu erfahren - und diese auch weiterzuerzählen. Doch warum tendieren wir zu Gossip?

Laut einer Studie der Groningen Universität in den Niederlanden sollen sich Gerüchte, Bezichtigungen und Klatsch letztendlich um uns selbst drehen, das heißt, wo wir uns selbst in der inoffiziellen lokalen Hierarchie einordnen und wie wir unseren sozialen Status verbessern können.

 Niels Hariot/ shutterstock.com

Selbstbewertung

„Klatsch-Empfänger“ verwenden demnach positive sowie negative Gruppeninformationen dazu, um sich selbst besser darzustellen oder zu schützen, wie das Forscherteam erklärt. Wir brauchen also bewertbare Informationen über andere, um uns selbst zu bewerten.

Das Experiment

Sie erklären zwei Experimente, bei denen der persönliche Wert von Gossip für die Empfänger generiert wird. Für das erste haben fast 180 Studenten teilgenommen, die zuvor eine Kursarbeit in einer Gruppe von mindestens vier Personen schreiben mussten. Sie wurden gebeten, eine kurze Beschreibung über einen Vorfall, an den sie sich erinnern können, zu notieren, bei dem eines der Gruppenmitglieder eine positive oder negative Information über ein anderes Gruppenmitglied weitergetragen hatte. 85 Prozent davon waren positiv, 93 Prozent negativ.

Dann bewerteten sie den Level ihrer Übereinstimmung mit jenen Aussagen. In manchen Fällen wurde die Selbstverbesserung bestätigt („Aus dieser Information konnte ich dies und jenes lernen“), andere wiederum nutzten die Information zur Selbstdarstellung („Im Vergleich zu X kann ich dies und jenes besser“). Schließlich wurde bewertet, dass für manche Teilnehmer die Informationen persönliche Sorgen begünstigen würden („Aus dieser Information lerne ich, dass ich mein Image in der Gruppe schützen muss“). Das zweite Experiment verlief ähnlich.

 Elena Kharichkina/ shutterstock.com

Positiver und negativer Gossip

Sowohl negatives als auch positives „Klatschen und Tratschen“ hat einen persönlichen Wert für uns. Positiver Gossip hat einen Selbstverbesserungswert und negativer einen Selbstdarstellungswert, bei dem man sich selbst besser fühlt als andere. Laut den Wissenschaftlern hat negativer Klatsch jedoch in der Regel nicht die Absicht, die Zielperson zu verletzen, sondern die tratschenden Personen zu „befriedigen“.

Negativer Gossip resultiert ebenfalls in Selbstschutz, da gewisse Ängste und Sorgen aufgrund der erhaltenen Information über eine andere Person aufkeimen. Sie wollen nicht selbst Opfer von Klatsch werden.

 Volodymyr Baleha/ shutterstock.com

Weiter klatschen und tratschen?

Ein wenig lästern ist laut anderen Studien aber auch gesund, solange es in Maßen gehalten wird. Am Arbeitsplatz sollten Sie allerdings vorsichtig mit Bezichtigungen sein, denn hier befinden Sie sich auf dünnem Eis und könnten Konsequenzen tragen.

LoloStock/ shutterstock.com

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