Pendlerpauschale berechnen

Pendlerpauschale: Was ist neu?

Das Wahljahr 2013 bringt einige Neuerungen mit sich. So auch die Reform der Pendlerpauschale. Was sich geändert hat, was gleich bleibt und wie Sie die Pendlerpauschale berechnen, können Sie hier nachlesen.

Knapp 50 Prozent aller Erwerbstätigen geben an, täglich zu pendeln. Jeder achte Erwerbstätige arbeitet sogar außerhalb seines Wohnbundeslandes. Täten sie es nicht, würden sie ihren Arbeitsplatz riskieren. Diese Einsatzbereitschaft und Mobilität wird belohnt – und zwar durch die Pendlerpauschale. Das hört sich in der Theorie ganz gut an, Menschen mit geringem Einkommen konnten bisher jedoch wenig bis gar keinen Nutzen aus diesem Fahrtengeld ziehen. Die Pendlerpauschale wird nämlich als Freibetrag von der Lohnsteuer-Bemessungsgrundlage abgezogen. Wer jedoch auf Grund seines geringen Einkommens überhaupt keine Lohnsteuer bezahlt, hat keine Möglichkeit, eine Steuerersparnis zu lukrieren.

Angesichts dieser ungerechten Verteilung und stetig steigender Treibstoffpreise war eine Reformierung der Pauschale jedenfalls dringend nötig. Noch kurz vor Jahresende hat der Ministerrat daher eine Ausweitung der Pendlerpauschale ab 1.1.2013 beschlossen. Die neuen Bestimmungen werden zusätzlich zu den bereits bestehenden Begünstigungen zur Anwendung kommen.

Bisher: Große und kleine PendlerpauschalePendlerpauschale berechnen

Das bisherige Modell sah hauptsächlich Vergünstigungen durch eine kleine und große Pendlerpauschale vor. Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer von der Wohnung entfernt ist und denen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels möglich und zumutbar ist, können die kleine Pendlerpauschale geltend machen. Pendlerpauschale berechnen: Ab 20 Kilometer ist das ein Betrag von 58 Euro pro Monat, ab 40 Kilometer sind es 113 Euro und ab 60 Kilometer 168 Euro.

Die große Pendlerpauschale hingegen kann laut Arbeiterkammer dann beantragt werden, wenn der Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer vom Wohnort entfernt, die Benützung eines Verkehrsmittels jedoch nicht möglich oder zumutbar ist. Für eine Distanz ab 20 Kilometer ergeben sich im Vergleich zur kleinen Pendlerpauschale 123 Euro pro Monat. Zusätzlich zu diesem Modell traten ab 1.1.2013 folgende Neuerungen in Kraft.

Teilzeitbeschäftigte und Einkommensschwache profitieren

Teilzeitbeschäftigte konnten bisher keine Pendlerpauschale in Anspruch nehmen. Die reformierte Pauschale sieht nun vor, dass auch diese Gruppe ab vier Arbeitstagen pro Monat ein Drittel der großen oder kleinen Pendlerpauschale geltend machen kann. Wird die Fahrt zum Arbeitsplatz an acht bis zehn Tagen im Kalendermonat getätigt, stehen zwei Drittel zu. Die volle Pendlerpauschale erhalten Sie, wenn Sie die Strecke „Wohnung – Arbeitsplatz“ an mindestens elf Tagen im Monat zurücklegen. Diese neue Regelung kommt vor allem Frauen zugute, da diese häufig eine Teilzeitbeschäftigung ausüben.

Aber auch für Niedrigverdiener bringt die neue Pendlerpauschale eine Entlastung. Pendler, die auf Grund eines geringen Gehalts keine Lohnsteuer bezahlen und die Pendlerpauschale damit gar nicht erst zum Tragen kommt, können nun im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung das Fahrtengeld als Steuerschrift geltend machen. Dieser Betrag wurde von 141 Euro auf 290 Euro angehoben.

Pendlerpauschale berechnenDer Pendlereuro

Eine weitere Neuerung – zusätzlich zur kleinen und großen Pendlerpauschale – ist der Pendlereuro. Einmal im Jahr kann man sich einen Euro pro Kilometer des Hin- und Retour-Arbeitsweges von der Steuer abziehen lassen. Beträgt die Entfernung z.B. 20 Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, so stehen Ihnen letztendlich 40 Euro pro Jahr zu. Bei Teilzeitkräften wird der Pendlereuro aliquot ausgezahlt. Weder Pendlereuro noch Pendlerpauschale gibt es hingegen ab sofort für Arbeitnehmer mit Dienstfahrzeug, das auch privat genutzt wird.

Ein Jobticket für den Umweltschutz

Beim Jobticket übernimmt der Arbeitgeber die Kosten eines öffentlichen Verkehrsmittels für die Fahrt des Arbeitnehmers zum Arbeitsplatz. Bis dato konnten nur jene in den Genuss eines Jobtickets kommen, die Anspruch auf eine Pendlerpauschale hatten. In Zukunft soll es das steuerbegünstigte Jobticket jedoch für alle ArbeitnehmerInnen geben. Konkret könnten davon zusätzlich 1,5 Millionen ArbeitnehmerInnen steuerlich profitieren. Arbeitgeber können den Beschäftigten steuerfrei eine Jahreskarte oder ein anderes, nicht übertragbares Ticket zur Verfügung stellen, damit diese öffentliche Verkehrsmittel kostenfrei für den Arbeitsweg benützen können. Die Kosten für das Jobticket können die Unternehmen vollständig von ihrer Steuer absetzen. Das Jobticket  ist ein Anreiz, öffentlich – und somit umweltfreundlich – in die Arbeit zu fahren, und dadurch ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

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