Mutter und Tochter mit leichter Frühjahrskost

Nahrung gegen Frühjahrsmüdigkeit

Wer aus dem Winterschlaf nicht rauskommt, sollte es mit leichter Frühjahrskost versuchen. Die Aminosäure Tryptophan hilft dabei, weiß sunny7-Ernährungsexpertin Angela Mörixbauer.

Wenn sich der Körper hormonell langsam von der Winterzeit in den Sommermodus umstellt, schüttet das Hirn vermehrt Serotonin aus, ein Glückshormon. Zur Produktion dessen wird eine spezielle Aminosäure, das Tryptophan, benötigt. „Gute Tryptophanlieferanten sind etwa mageres Fleisch und Geflügel aber auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen. Zwar kommt Serotonin auch in Lebensmitteln wie Bananen, Datteln und Walnüssen vor, doch dieses kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, das schafft nur die Vorstufe Tryptophan“, sagt Angela Mörixbauer, sunny7-Ernährungsexpertin.

Andere Botenstoffe im Gehirn – sogenannte Neurotransmitter, die uns wach und aktiv machen - sind Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Auch diese Botenstoffe bildet das Gehirn aus speziellen Aminosäuren: Tyrosin und Phenylalanin. Gute Lieferanten dafür sind z.B. Milch und Milchprodukte und mageres Fleisch wie Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte sowie Eier.

Ernährungsumstellung?

Wenn es draußen heller und freundlicher wird, haben viele Menschen das Bedürfnis nach leichterer Kost oder sogar einigen Fastentagen. Zusätzlich ist die Winterkost oft vitaminärmer, weil weniger frisches Gemüse und Kräuter zur Verfügung stehen. Doch gerade im Frühjahr stellt die Natur leichte, vitamin- und mineralstoffreiche Zutaten zur Verfügung: Spinat, Radieschen und Spargel ab April. Häuptelsalat, Mangold, Erdbeeren, Kohlrabi und Karfiol ab Mai. Klassische Lagerware aus Österreich davor sind Karotten, Erdäpfel, Sellerie, Rote Rüben, Kraut, Porree, Pastinaken und Äpfel. „Und natürlich der Bärlauch, der im Frühjahr wieder ‚unüberriechbar’ an vielen Stellen zur freien Entnahme wächst und köstliche Bärlauchsuppe oder Bärlauchpesto ergibt“, erklärt Mörixbauer.

Die gesunde Frühlingsküche unterscheidet sich nicht unbedingt von der gesunden Küche übers restliche Jahr. Ein hoher Gemüse- und Obstanteil in den Rezepten, viel Erdäpfel, öfter Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen (diese sind eine fettarme Eiweißquelle mit hohem Ballaststoffanteil, der die Verdauung in Schwung bringt) sind zu empfehlen. Auch sollte man mit Fett beim Kochen und Backen sparsam umgehen. Fleisch empfiehlt Angela Mörixbauer nicht täglich, dafür sollte man aber auf gute Qualität und fettarme Teilstücke und die Zubereitung achten (Bio-Fleisch sticht hier oft geschmacklich hervor), Vollkorngetreide – zumindest zum Teil – verwenden.

Frühling ist auch (Wild)Kräuterzeit!

Mit Kräutern lässt sich Salz in Rezepten einsparen und sie geben vielen Speisen eine charakteristische Würze. Dass ist deshalb vorteilhaft, weil ein gewohnheitsmäßig hoher Salzkonsum (wie es in Österreich der Fall ist) bei dafür veranlagten Personen, das Risiko für Bluthochdruck und in weiterer Folge Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Frische Kräuter enthalten außerdem oft reichlich Vitamine und Mineralstoffe. So ist etwa Petersilie kalziumreich. Im Frühjahr beginnen in der Natur auch wieder viele essbare Wildkräuter zu gedeihen, die man für die Küche nutzen kann. Zum Beispiel Brennnessel, die frisch für Brennnesselsuppe oder Spinatgerichte und getrocknet als Tee hervorragend geeignet sind. Beim Ernten sollte man Handschuhe anziehen, aber sobald die Brennnesseln in heißem Wasser blanchiert wurden, sind die Brennhaare außer Gefecht und sie „brennt“ nicht mehr. Brennnesseln enthalten zB reichlich Vitamin A und Eisen.

Aber auch Löwenzahn, dessen Blätter sich mit dem herben, leicht bitteren Geschmack gut als Salatzutat eignen, sind eine toll Ergänzung in der Frühljahrsküche. Die Bitterstoffe darin wirken verdauungsfördernd und entwässernd. Sauerampfer ist ebenfalls ein Wildkraut, das auch noch viel Vitamin C enthält. Giersch, ist als Unkraut ja oft sehr unbeliebt, aber in Suppen, Quiches oder Aufläufen schmeckt er hervorragend. Passt auch gut zu Brennnesseln und Spinat. Und nicht zuletzt Gänseblümchen. Die Blüten, die einen leicht nussigen Geschmack haben, kann man aufs Butterbrot geben (sieht auch frühlingshaft aus) oder in den Salat.

 

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