Frau ist ungewollt schwanger

Ungewollt Schwanger

Nicht jede Schwangerschaft ist beabsichtigt oder gewollt. In Österreich ist eine Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate gesetzlich legal und kann mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden.

Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind unterschiedlich. „Meist handelt es sich um eine Kombination mehrerer Gründe aus „das passt nicht ins Leben“, „es ist nicht die richtige Zeit“ – was mit Karriere und Lebensplanung zu tun hat – oder aber es ist der falsche Partner“, sagt Elke Graf, Geschäftsführerin vom pro:woman Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe. Auch kommen manchmal Frauen, die bereits genug Kinder haben, oder es handelt sich um finanzielle Gründe.

Der Entscheidung muss ein klärendes Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt vorangehen. Bei pro:woman stehen auch Psychologinnen und Berater zur Seite. Überschnelle Entschlüsse sollen so unterbunden werden.

Prinzipiell können Abtreibungen in Österreich bis zum dritten Monat der Schwangerschaft durchgeführt werden. Aber auch nach dem dritten Monat können Abbrüche durchgeführt werden, sofern besondere Indikationen vorliegen:

  • Besteht etwa eine ernste Gefahr für die Frau.
  • Ist beim Kind eine schwerwiegende körperliche oder geistige Einschränkungen zu erwarten.
  • Hat die Schwangere zum Zeitpunkt der Empfängnis das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Abtreibungsmethoden

In Österreich werden Schwangerschaften mit drei unterschiedlichen Methoden abgebrochen: Chirurgisch, medikamentös oder mittels Curettage. Prinzipiell sind alle drei Methoden sehr zuverlässig und seit Abtreibung gesetzlich legal ist, kommt es kaum zu Komplikationen. Oft dauert der Eingriff nur wenige Minuten und die Frau kann schon am nächsten Tag wieder arbeiten. Wichtig ist, dass Schwangerschaftsabbrüche nur von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden dürfen. Bei pro:woman werden bis zu einem Drittel der Schwangerschaften mittels Medikation beendet, der Rest greift auf operative Methoden zurück.

Bei der chirurgischen Abtreibungsmethode wird eine örtliche Betäubung vorgenommen, ein Sedativum verabreicht oder die Patientin in Vollnarkose versetzt – je nach Wunsch. Danach wird die Gebärmutter mit einem dünnen Plastikröhrchen abgesaugt (Saugcurettage). Sobald sie entleert ist, zieht sie sich zusammen, wodurch Krämpfe entstehen können. Danach kontrolliert die Ärztin/der Arzt mittels Ultraschall, ob sämtliches Gewebe erfasst wurde. Der Eingriff dauert etwa drei bis fünf Minuten, nach einer Stunde wird die Frau entlassen. Der Unterschied zur Curettage besteht darin, dass hier unter Vollnarkose mit einem Schablöffel (der Curette) das Schwangerschaftsgewebe ausgeschabt wird. Da das Schwangerschaftsgewebe sehr weich ist, findet die Methode kaum mehr zweckmäßige Anwendung. Manchmal entdeckt die behandelnde Ärztin während der Operation, dass eine Curette eingesetzt werden muss, das macht aber in der Regel medizinisch keinen großen Unterschied.

Finanziell selbst zu tragen

Abtreibungen aller Methoden werden in Österreich nicht von der Krankenkasse unterstützt. Die Kosten sind zur Gänze selbst zu tragen und belaufen sich laut Elke Graf je nach Klinik auf zwischen 300,- und 600,- Euro. Graf stellt auch fest, dass Abtreibungen generell kaum mehr in öffentlichen Spitälern durchgeführt werden, sondern zusehends in Privatkliniken.

Der beste Weg, Schwangerschaften zu verhindern, ist immer noch Verhütung. Es gibt zahlreiche Methoden, mit denen sich Männer wie Frauen nicht nur vor Krankheiten schützen können, sondern auch Schwangerschaften verhindert werden, bevor sie entstehen.

 

Lesen Sie auch:

Welcher Verhütungstyp bin ich?

SUNNY7 empfiehlt:

    Kommentare (0) Comment

      Bislang noch keine Kommentare. Seien Sie die Erste!

    Neueste Rezepte More