Warum das Bio-Gesetz nicht ausreicht

In der Bio-Lebensmittelproduktion gibt es EU-Richtlinien und nationale Gesetze. Und es gibt selbst auferlegte Vorgaben, zu deren strikter Einhaltung sich manche Bauern verpflichtet haben. Diese sind der Meinung, dass unsere Gesetzgeber noch nicht streng genug sind. Besonders Nachhaltigkeit wird oft vermisst.

Da gibt es die EU-Bio-Verordnung „EG VO 834/2007“. Sie bildet das Grundgerüst, wonach sich Landwirte, die biologische Lebensmittel produzieren, zu halten haben. Sie schreibt u.a. vor, dass Futtermittel biologisch sein müssen, die Tiere Auslauf brauchen oder Spritzmittel nicht verwendet werden dürfen. Laut Bio-ExpertInnen sei jedoch in jeder der Vorgaben ein kleines Schlupfloch enthalten – nämlich z.B. eine Toleranzgrenze, da 100-prozentige Gewährleistung nirgends einzuhalten sei.

Strengere Auflagen

Genau daran stoßt sich auch Bio-Hardliner Werner Lampert. Seine Vertragsbauern, die für die Marke „Zurück zum Ursprung“ (erhältlich bei „Hofer“) produzieren und von seiner Agentur „Prüf Nach!“ kontrolliert werden, wirtschaften nach einem Standard, der in wesentlichen Bereichen weit über die bestehende Bio-Verordnung hinaus geht.
So gilt etwa für die Weidehaltung, dass Tiere 180 Tage im Jahr Auslauf bekommen und 120 Tage auf der Weide gehalten werden müssen. Futtermittel müssen zu drei Vierteln am eigenen Hof produziert werden – importiertes Soja darf auf keinen Fall als Futtermittel dienen. Auf diese Weise wird nicht nur CO2 gespart, auch der Regenwald, der als Anbaufläche für Soja dient, wird vor der Abholzung geschützt.
Beim Getreide-, Obst- und Gemüseanbau dürfen Pestizide und Stickstoff-Mineraldünger nicht eingesetzt werden. Auch herkömmliche Spritzmittel, die im Bio-Bereich durchaus eingesetzt werden dürfen, finden bei „Zurück zum Ursprung“ keine Verwendung. Das soll die Humusschicht des Bodens schonen.

Kleinkindernahrung und Kontrolle

Am strengsten gehen die Bauern von „Zurück zum Ursprung“ aber mit jenen Produkten um, die als  „Naturrein auf Babyfood-Standard“ ausgezeichnet werden – also Obst und Gemüse wie Äpfel, Birnen, Karotten, Zwiebel und Erdäpfel. Das Besondere am Babyfood-Standard ist, dass die damit gekennzeichneten Lebensmittel so naturrein sind, dass sie sogar den strengen Anforderungen an Babynahrung entsprechen. Dies bedeutet, dass weder Schwermetalle noch Nitrate oder Pestizide in diesen Produkten nachweisbar sein dürfen.

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